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rochuswolff.de
[i:rrhoblog] : schöneres leben
irgendwo bin ich ende letzter woche über freecycle, das "verschenknetzwerk" gestoßen - eine sehr hübsche sache, die auf der einfachen idee fußt, daß nicht alles weggeworfen werden muß, was man nicht mehr braucht - vielleicht braucht's ja ein anderer. und wenn man sich nicht an der kapitalistischen sekundärstruktur à la ebay beteiligen möchte (aus welchen gründen auch immer - oft genug lohnt der aufwand ja auch nicht), kann es hier einfach per email-liste gleichgesinnten zur abholung anbieten.
sinnvollerweise ist freecycle also hübsch regional gegliedert - städterinnen haben natürlich einen gewissen vorteil. ähnliches gilt auch für alles-und-umsonst.de, freecycle ist aber durch die mailingliste etwas komfortabler, wenn einen die mails nicht stören.
so bin ich letzte woche zwei drucker losgeworden, von denen mindestens einer sicher noch eine weile passable dienste leisten wird. besser als im elektronikschrott sind sie sicher aufgehoben.
so, und weil ja weihnachten wird und alle so altruistisch drauf sind; man kann mir auch gerne außerhalb von freecycle was schenken. ;-)
die partei will an die regierung.
Wir suchen eine gutaussehende (!), politikinteressierte Frau unter 35, die wir im anstehenden Bundestagswahlkampf als Kanzlerkandidatin für Die PARTEI aufstellen können. Bewerbungen bitte bis kommenden Freitag, 12 Uhr an: info@die-partei.de
Was wir brauchen:
Name, Alter, Adresse, Beruf, Paßbild
Und eine (knappe) Antwort auf die Fragen:
Was ist Ihre politische Vision?
Was sind Ihre Hobbies?
Was wäre Ihre erste Amtshandlung?
Weshalb sind Sie besser als das Merkel?
anläßlich dieses gurkensalats ist zu sagen: doch, ein rezepte-wiki ist eine feine sache. leider ist dieses noch recht leer, ebenso wie das wikimedia kochbuch. ich bitte um auffüllung, liebe connaisseure!
salon.com hatte gestern eine ausführliche reportage über cheri honkala und die kensington welfare rights union (kwru). dabei handelt es sich um eine bewegung, die insbesondere für die rechte von wohnungslosen in den usa kämpft und jetzt mit einem marsch nach new york den parteitag der republikanischen partei als forum für ihre (mit der bush-regierung nicht eben konform gehenden) politischen positionen zu nutzen.
According to a 2003 survey of 25 American cities commissioned by the U.S. Conference of Mayors, families make up 40 percent of the homeless population -- a number that's increased since the previous year. Worse, that figure may understate the problem. A national study by the Urban Institute found that children alone make up 39 percent of the homeless population.
[...]
The march through New Jersey and to Madison Square Garden is intended to force these people into view. "The media is not talking about the real stories happening to people every day in this country," [honkala] says. "We're going to fight to reach someone. Why? Because we have to. With 1,400 reporters coming into the city, it's a real opportunity. We've got one shot to talk about the hidden war in this country."
lesebefehl!
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langsam wird es schon ein bißchen knapp, also soll rasch darauf hingewiesen werden, daß meine liebe freundin lilith gardell (deren homepage ich in den nächsten tagen endlich fertig haben werde) am kommenden mittwoch doppelt premiere feiert.
denn dann ist die erste vorstellung ihrer selbstinszenierten musical-revue bang! all things bright and beautiful zu sehen, Eine Musical-Revue über die Kunst des Liebens... mit Songs aus Stephen Sondheims reichhaltiger Schatzkiste.
hingehbefehl! (zumindest mal für alle rheinländer/innen), premiere ist am kommenden mittwoch, den 30. juni, um 20 uhr, an der werkstattbühne der oper bonn (direkt karten bei bonnticket kaufen). danach gibt's noch eine vorstellung am freitag drauf (2. juli), zur gleichen zeit. karten im normalen vorverkauf, an der abendkasse, per telephon unter (02 28) 77 80-08 oder -22, sowie bien sûr auch online bei theater-bonn.de oder auch bonnticket.de.
massen, strömt!
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von "official bootleg" zu sprechen ist natürlich paradox, ani difranco (mit teilweise neu gebauter homepage, leider vom flash-virus infiziert, dafür endlich mit sachen zum hören und sehen [edit: allerdings leider und unverständlicherweise alles nur im windows media-format. da ist wohl jemand schlecht beraten worden. :-( ]) macht es trotzdem und veröffentlicht jetzt die ersten platten ihrer very own official bootleg series.
When Ani DiFranco first started touring, her steadily growing audiences wanted something to take home, and they had two options: purchase a cassette tape from the back of a Volkswagen Beetle, or bring a tape recorder to the show.
The venues are a little bigger these days, and the albums are a little easier to find, but when it came to releasing an open-ended series of live records, The Little Folksinger is doing it the old-fashioned way.
da die platten im handel nicht zu haben sein werden, bleibt uns hier die hoffnung auf konzerte oder eben mailorder from america. (via apophenia)
cory doctorow hat bei microsoft research einen vortrag über digital rights management gehalten.
Here's what I'm here to convince you of:
1. That DRM systems don't work
2. That DRM systems are bad for society
3. That DRM systems are bad for business
4. That DRM systems are bad for artists
5. That DRM is a bad business-move for MSFT
der vortrag ist public domain (via boing boing). es wäre schön, wenn mr doctorow damit die welt retten könnte, aber das wird wohl noch ein bißchen dauern; zumal microsoft seinen ideen kaum folgen wird.
monsieur le schockwellenreiter verweist zurecht auf das open source jahrbuch 2004, das käuflich oder kostenlos als pdf-download von 3,5 megabytes zu haben ist.
allerdings kann man, und das ist eh praktischer, auch die einzelnen artikel aus dem inhaltsverzeichnis heraus runterladen.
sehe gerade beim mehrzweckbeutel, daß das instant blitz copy fight project erste früchte trägt. ab jetzt also nur noch mit einwegkamera ins kino.
richtig, richtig geärgert hat mich der verpfeift die anderen, ihr verdächtigen bösewicht-zuschauer, die ihr meine miete zahlt-hinweis übrigens in meinem lokalen programmkino. und der film war so gut, daß ich demnächst wohl noch einmal ins kino gehe dafür. bzw. unter freien himmel.
All non-Free software is a dead end. (and other sensible remarks on open source in general and movable type in particular. alas.)
so, wie ich das verstanden habe, wollen ja auch bei der europawahl leute gewählt bzw. wiedergewählt werden, und wenn mensch zu faul ist, die wahlprogramme zu lesen (oder dgl.) kann er oder sie in den wahl-o-maten blicken wie andere leute in kristallkugeln.
ästhetisch und intelligent zu denken ist, das ist ja auch nix neues, in wahlkämpfen die falsche wahl (es sei denn, man begnügt sich mit der wahl am kand-o-maten). das beweisen selbst die grünen dieses jahr.
sich mit bush gegen's klonen auszusprechen, ist ja noch ganz hübsch:

(wenngleich ein wenig mehr vorsicht angebracht erscheint - nicht, was die wahl des schreckensszenarios angeht, das ist wohl ersonnen. vielmehr ist natürlich darauf hinzuweisen, daß monsieur bush das klonen auch irgendwie nicht gut findet, aber aus ganz anderen gründen, die ich mir jedenfalls nicht ans revers heften möchte.)
unser aller eigentlich französischer ep-abgeordnete daniel cohn-bendit ist allerdings kurz vor unwählbar.

aber hier ist ja auch nicht einmal eine webcam, die mich beobachten würde. (heise)
der wahl-o-mat, der mir aber bislang immer nur sagen konnte, was ich eh schon wußte, ist ja auch vor der europawahl jetzt schon wieder durch die blogs gegangen. informativ ist auch die grundseite europa-waehlt.de.
hingerutscht bin ich heute auf einem umweg: nicht-deutsche eu-bürgerinnen in deutschland können natürlich auch europawählen. vermeldet mir eine per liste verschickte nachricht und verweist auf leicht auffindbare informationen. unter eu-bürger: nutzen sie ihr wahlrecht in deutschland! ist zu lesen:
The new flag has 13 horizontal stripes, representing the first 13 members of the Iraqi Governing Council, 50 stars, representing the number of different cultures and religions that exists in the country and one very small light blue crescent representing Islam, while the colors red, white and blue, represent the struggle to create a new (red), free (white) and independent (blue) Iraq.
so meldet the daily farce - oder sieht die flagge vielleicht doch anders aus? entscheidet selbst:

alles weitere bei telepolis.
hat der irakkrieg die usa zu dem zeitpunkt gekostet, zu dem ich anfange, diesen eintrag zu schreiben. sagt der zähler von cost of war. das hätte - sagt er ebenso - auch über 2,8 millionen college-stipendien bezahlt. man darf ein bißchen nachdenken, so künstliche ergebnisse ein javascript-counter (den man auch auf seinen webseiten einbauen kann) auch immer fabriziert.
ganz altmodisch von hand zählt hingegen iraq body count die toten: medienberichte über tote werden miteinander abgeglichen, um die wahrscheinliche anzahl getöteter zivilistinnen zu bestimmen. stand heute abend:

Casualty figures are derived from a comprehensive survey of online media reports and eyewitness accounts. Where these sources report differing figures, the range (a minimum and a maximum) are given. All results are independently reviewed and error-checked by at least two members of the Iraq Body Count project team in addition to the original compiler before publication.
auch ibc bietet - martialisch anmutende - counter an.
seit ich begonnen habe, diesen eintrag nicht eben langsam zu tippen, sind es schon 776.013 dollar mehr geworden.
for there to be peace, there must be understanding. for there to be understanding, there must be a common ground. but the further the chasm deepens, the more fundamental to basic human nature the common ground has to be.
and so april 16 is poop for peace day.
poop is the one experience all human beings have in common. we may have varying ideas of god and politics, but the power of an impending poop is a higher calling to which every human must answer. side by side in a public bathroom, any two human beings are stripped of their differences and reduced to their most basic essence: a pair of feet sticking out below the stall, and a pair of butt trumpets performing a greasy symphony to lament humanity's non-negotiable deference to the call of the vile.
this, of course, we endorse:

(via titanic)
langsam wird es zeit, sich regelmäßig zu informieren, einfach, damit ich weiß, ab wann ich voraussichtlich am 1. mai nicht mehr ohne weiteres oder ohne weitere umwege nach hause käme. ein nachbar, der zur geburtstagsfeier am vorabend lädt, legt seinen gästen dringend nahe, doch einen ausweis mitzubringen, um in den allgegenwärtigen kontrollen der zahlreich erscheinenden polizei nicht unterzugehen. etc. und es geht auch schon los.
derweil plant man, durch kostenlosen besuch der moma-ausstellung ein zeichen zum bzw. gegen den "sozialabbau" (ein häßliches wort für eine häßliche sache) zu setzen.

die aktion moma umsonst richtet sich nicht in erster linie gegen die neue nationalgalerie, sondern gegen ein system, in dem kunst wie so vieles andere auch, nicht für alle zugänglich ist, die interesse daran haben.
hehres ziel. hoffentlich kommt dabei niemand auf relativ dumme einfälle. vielleicht ist es eine nur bedingt gute idee, eine dann am rande der legalität entlangschrammende aktion in einen geschlossenen raum zu führen, in dem kunstgegenstände von aberwitzigem monetärem wert hängen, deren besitzerinnen sich keinen moment scheuen werden, ihre anwälte (und/oder versicherungen) auf evtl. störerinnen loszulassen. ein raum im übrigen, der von überwachungskameras recht überladen sein dürfte.
kulturpessimistisch und advocatusdiabolihafterweise könnte man natürlich noch vorsichtig fragen, ob denn all jene, deren "interesse" hier reklamiert wird, bei niedrigeren oder gar keinen eintrittspreisen wirklich die moma-ausstellung besuchen würden, wenn nicht die, wohlgemerkt sehr kapitalistische, werbekampagne wäre, die die bilder vielleicht für manche erst sehenswert macht. oder weitergedacht: wären die bilder überhaupt so "wertvoll" im nicht-monetären sinne, wenn das oben bemühte kunstsystem ein anderes wäre?

bild via george-says.com
diese kleine anmerkung macht mir klar, daß ich mir das transcript (auch anmeldungsfrei und mit einem wenig schmeichelhaften photo versehen bei cnn) vielleicht doch einmal in ruhe zu gemüte führen sollte. (via rex 2.0)
the war on terror is not a figure of speech. it is an inescapable calling of our generation. the terrorists are offended not merely by our policies -- they are offended by our existence as free nations.
das ist schon einerseits ganz gruseliger und vorsehungsahnungsgeschwängerter unsinn - inescapable calling my ass! (via baller pause). das ist andererseits zudem auch noch - free - völlig gelogen.
die usa kennen jetzt den uvva (unborn victims of violence act), der "gewalt" gegen alles von zellhaufen bis neugeborenem kind unter strafe stellt - und insbesondere allen beschriebenen stadien der menschwerdung rechte unabhängig von denen der mutter zugesteht - und damit seltsame folgen zeitigt. hier ist kaum platz, und ich habe gerade auch nicht genug zeit, um mich darüber auszulassen, wie wir in weit weniger als hundert jahren dahin gekommen sind, ungeborene kinder als lebende wesen zu betrachten, ihnen rechte zuzugestehen und daraus dann noch ein weiteres kapitel der unterdrückung von frauen zu stricken. wer mal nachlesen möchte, für die/den ist emily martins buch the woman in the body vielleicht ein lesbarer anfang.
jedenfalls staut sich in mir ärger auf, zumal wenn man's in einem kontext nach dem anderen liest.
we are sorry, really sorry. umwerfend. (via peerfear.org)
![]()
von skeptomai
addendum: größer und damit lesbarer, auch schon ein bißchen länger im netz, bei ninidra.
schon wahr: gut ist das nicht mit dem raubkopieren. aber courntey love hat schon vor einiger zeit mal vorgerechnet, daß den künstlern von der laut schreienden musikindustrie eher die butter vom brot genommen als das große geld geschenkt wird. weshalb man ja einfach mal schlechte massenmusik im regal stehen lassen und bei kleinen labels einkaufen könnte. zum reinhören gibt es ja zum beispiel den tonspion. für alles andere:
wer sich noch vage daran erinnert, daß zur letzten präsidentschaftswahl in den usa ein fernsehinterview mit mr george w bush nicht stattfand, und das anscheinend weil befürchtet wurde, er könne nicht gut wegkommen, wenn er wirklich etwas gefragt würde, den mag nichts mehr so recht erschüttern. allen anderen ist bruce klugers besprechung der dvd-ausgabe von alexandra pelosis journeys with george ans herz zu legen: gruselig.
und mit einer immer wieder zu stellenden frage: [...] pelosi's chronicle serves not only as a wily political character study, but also poses the unavoidable question: where was the discerning media coverage when we needed it most?
ralf berhorst schreibt in der süddeutschen (jetzt auch als url mit ü - wenn man will und einen neuen browser hat) von den wenig optimistischen stimmen auf einer tagung in potsdam, richard rortys ganz voran: er gab sich
als raunender fürst prophetischer finsternis: was, wenn es terroristen gelänge, ein dutzend anschläge vom ausmaß des 11.9. zu verüben?
ein permanenter ausnahmezustand wäre die folge, das schleichende ende der demokratie. an ihre stelle träte eine "fürsorgliche despotie" im namen nationaler sicherheit.
ähnliches sei auch in europa jederzeit zu gewärtigen, so rorty. nach wenigen generationen wäre die vision einer offenen gesellschaft nur noch ein topos antiquarischer bücher.
so erkennbar rortys düsteres zukunftsszenario mit lust an der provokation ausgemalt war, ihr ließe sich schon jetzt mit einigen gegenwartsbefunden sekundieren: zweifelhafte kriegsgründe, der rechtlich fragwürdige status der gefangenen von guantanamo, das wegen mangelnder kooperation der sicherheitsbehörden annullierte urteil von hamburg.
man könnte auch noch, nur ein wenig off topic, hinzufügen, daß sich manche ärzte nicht zu schade sind, sich zum büttel und ausführungsorgan der behörden herunterstufen zu lassen (wie heute in der taz zu lesen) - das hatten wir auch schon mal.
viel problematischer aber erscheint mir vor allem in berhorsts artikel, daß die staatlichen stellen, die hier außer kontrolle geraten und die "fürsorgliche despotie" zu errichten drohen, schon gar nicht mehr in der kontrolle des eigentlich angeblichen souveräns, der "bürgerinnen und bürger", gedacht wird. alle staatsgewalt geht vom apparat aus.
die befürchtete und beschriebene entwicklung ist damit aber im denken längst vollzogen, die demokratie schon zu den remittenden gelegt.
in a private white house meeting today with governors of both parties, president bush's education secretary rod paige left no insult behind for the national education association, calling the nation's largest teacher's union a "terrorist organization".
nach salon.com. (via ruthless reviews)
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