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rochuswolff.de
[i:rrhoblog] : nachbars kirschen

wo er recht hat...

· Montag, 1. November 2004 [W] · 16:13 Uhr ·
abt. für nachbars kirschen

taz: Was war schlecht in der letzten Woche?
Friedrich Küppersbusch: Der Jetlag nach dem Rückflug aus Amerika.

gefälligst hinten anlegen! und das extra aus charlottenburg!

· Sonntag, 19. September 2004 [W] · 14:04 Uhr ·
abt. für nachbars kirschen

Eine junge Mutter hat mit ihrem Säugling drei Stunden angestanden, um in die Ausstellung zu kommen. Es war heiß draußen. Den ersten freien Platz auf einer Sitzbank vor einem großen Rousseau-Gemälde nutzt sie, um das Kind zu stillen. Eine Aufseherin weist sie darauf hin, dass sie das hier nicht dürfe. "Ich bitte Sie", sagt die Mutter, "das schockiert doch heute keinen mehr." - "Da haben Sie wahrscheinlich Recht", sagt die Aufseherin. "Aber essen und trinken ist in der Ausstellung strengstens verboten."

der tagesspiegel erzählt anekdoten von der moma-ausstellung.

das fbi liest weblogs

· Sonntag, 12. September 2004 [W] · 19:09 Uhr ·
abt. für nachbars kirschen

"Der Grund warum wir anrufen ist," begann Herr Miller also und ich musste mich konzentrieren ein routiniert gelangweiltes "Jaha?" in den Hörer zu summen, "wir sind durch ihr Weblog auf sie aufmerksam geworden..."

(tristesse deluxe: heute früh rief das fbi bei mir an; via polarluft)

czeslaw milosz

· Montag, 16. August 2004 [W] · 10:29 Uhr ·
abt. für nachbars kirschen

mon cher andreas hat heute den feuilleton-aufmacher in der berliner zeitung mit einem nachruf auf czeslaw milosz. darf man ja mal werbung für machen, mit einem schönen gruß an die kolleg/inn/en von berlinonline. lesen!

olympia 1972

· Montag, 9. August 2004 [W] · 16:12 Uhr ·
abt. für nachbars kirschen

Es war viel von Terroristen die Rede damals, man machte sich Gedanken, was man tun könnte.
[...] Dackel, die aussahen wie das Olympiamaskottchen Waldi, sollten darauf dressiert werden, protestierende Gruppen anzukläffen.

(holger gertz, es geschah am 11. september - 1972)

glaubensfrage

· Donnerstag, 24. Juni 2004 [W] · 11:35 Uhr ·
abt. für nachbars kirschen

Mädchen: Ich weiß sowieso nicht, was der Unterschied zwischen evangelisch und katholisch ist.
Junge: Die Katholen finden Maria noch besser als Jesus.
Mädchen: Und wen findest du besser?
Junge: Jesus. Klar.
Mädchen: Klar. Ich find alles gut. Außer MacDonald's.

(gig.antville - reisenotizen aus der realität)

... silent night ...

· Montag, 17. Mai 2004 [W] · 10:29 Uhr ·
abt. für nachbars kirschen

oli erklärt, wie man seinen pc leise kriegt. ob ein neuer pc-lüfter und dämmplatten bei mir vielleicht schon reichen würden? jedenfalls ist das mal fällig.

monster | real life

· Donnerstag, 15. April 2004 [W] · 12:28 Uhr ·
abt. für film , abt. für nachbars kirschen

heute kommt monster in die deutschen kinos, und deshalb gerne der verweis auf eine vor zwei monaten bei salon erschienenen geschichte: callie milton erzählt von ihrer, der von aileen wuornos in vielen punkten nur allzu ähnlichen geschichte. äußerst lesenswert.

ms toll collect

· Donnerstag, 1. April 2004 [W] · 12:30 Uhr ·
abt. für nachbars kirschen

dem vernehmen nach soll das redmonder haus zusätzlich zu den installationsprovisionen für jede lkw-implementation pro monat mit 25 prozent aller zu erwartenden einkünfte aus der lkw-maut bedacht werden.

wenn mich nicht alles täuscht, leistet sich sueddeutsche.de einen elaborierten und im ersten moment recht überzeugenden aprilscherz: stolpe holt zwar microsoft ins führerhaus, aber: "drücken sie niemals ctrl-alt-del gleichzeitig!"

so wenig billig es (s.o.) kommen mag, die benutzung des neuen maut-systems ist ultra-komfortabel:
man empfehle den fahrern, die lastwagen-software gezielt, also selektiv einzusetzen und ihr erfassungs-equipment nur dann zu "booten", wenn es auf fernstraßen gehe. - und es entsprechend herunterzufahren, wenn man deutsche autobahnen wieder verlasse.
dabei sei das intelligente svnm007
[das "switch-verbose-new-media-007"-betriebssystem] sogar behilflich: so frage eine (bei neufahrzeugen sogar in die windschutzscheibe eingespiegelte) abfragemaske bei jedem verlassen gebührenpflichtiger straßen: "diese ausfahrt nehmen? ok. nein. abbrechen", die man dann per touchscreen anwählen könne.

und prompt kommen die neider, die die proprietären lösungen von microsoft fürchten.

ganz anders und ernst aber "not an exciting story": die analyse der änderungshistorie öffentlich zugänglicher microsoft-dokumente im word-format, die michal zalewski durchgeführt hat (via telepolis).

addendum: habe ganz vergessen, daß sueddeutsche.de damit natürlich auf das schönste mit dem c't-aprilscherz zusammenspielt.

wer wählt uns eine präsidentin?

· Mittwoch, 31. März 2004 [W] · 10:18 Uhr ·
abt. für nachbars kirschen

jakob kähler und hartmut palmer wissen auf spiegel online, wer so alles für die präsiwahl in die bundesversammlung geschickt wird, und finden das eher unterhaltsam. während es aber auf der einen seite nett ist, darüber nachzudenken, welche "promis" möglicherweise horst köhler doch nicht so toll finden, ist es irritierend zu lesen, wer von wem nominiert wird: ottfried fischer, renan demirkan von der spd - das hätte man sich ja noch denken können, das paßt noch irgendwie... - aber claudia pechstein, jette joop und paul spiegel (ausgerechnet!) für die cdu? da bekommen einerseits politisch gesichtslose stars einen unangenehmen beigeschmack, und andererseits scheint paul spiegel an leichtem gedächtnisschwund zu leiden bzgl. seiner noch nicht lange zurückliegenden auseinandersetzungen mit eben jener partei, für die er jetzt gerne "in ihrem sinne votiere".

re: sir peter

· Mittwoch, 31. März 2004 [W] · 10:09 Uhr ·
abt. für nachbars kirschen

"ich kann in den meisten sprachen dankeschön sagen und herrenklo ..."
fritz göttler verabschiedete sich in der gestrigen sz mehr als freundlich von sir peter ustinov.

addendum: stefko verweist auf einen artikel von andreas bummel bei telepolis, in dem insbesondere auf ustinovs rolle im world federalist movement eingegangen wird. mit dem denkwürdigen ustinov-zitat:

noch niemals hat mich auf der straße jemand aufgefordert, für kernwaffen geld zu spenden. offenbar deshalb, weil die regierungen für waffen stets genug geld zur verfügung haben. aber unzählige male haben mich menschen mit sammelbüchsen um eine spende für arme, kranke, alte und kinder gebeten. es mag der phantasie jedes einzelnen überlassen bleiben, sich auf diese ungereimtheiten einen vers zu machen.

tolle wurst

· Dienstag, 30. März 2004 [W] · 15:59 Uhr ·
abt. für nachbars kirschen

bzw. nicht ganz so tolle lakritzschnecke:

die probanden bekamen deshalb zusätzlich zum carbenoloxon ein blutdruck senkendes mittel. und dann noch dieses oder/und jenes medikamentöse begleitsubstänzchen...

die eimer von borneo

· Freitag, 26. März 2004 [W] · 14:20 Uhr ·
abt. für nachbars kirschen

viel zu selten wird man so sinnfrei begeisternd erheitert wie durch die tanzenden blecheimer von borneo. ach ja, die neue titanic ist zu haben.

total authentisch

· Freitag, 19. März 2004 [W] · 11:05 Uhr ·
abt. für nachbars kirschen

dieser roboter spricht aramäisch; mindestens. bei allem blut, das floß (erlösung, usw.), war es, schreibt die sz, doch auch bei mel gibson letztlich nur getriebeöl. (ernster: thies gundlach findet in der gestrigen taz die passion christi nicht so toll, weil er das blutopfer visuell remythisiert. mal was gedachtes.)

stellenweise gruselig

· Freitag, 19. März 2004 [W] · 10:39 Uhr ·
abt. für nachbars kirschen

liest sich das sz-interview mit otto schily.

zum beispiel über muslime in deutschland:

ich erwarte von den muslimen in deutschland nicht nur, dass sie erklären, sie seien friedliebende menschen. das trifft zwar auf die überwiegende mehrheit zu. aber die muslime dürfen nicht nur passive zuschauer sein, sondern müssen sich aktiv für den frieden in der gesellschaft einsetzen.

ich vermisse manchmal zum beispiel etwas sensibilität dafür, was in einer moschee gepredigt werden kann und was nicht. auch die verurteilung islamistischer gewalttaten könnte klarer zum ausdruck kommen. warum gibt es keine demonstrationen muslimischer bürger gegen den islamistischen terror?

nun ist das natürlich eine antwort auf eine frage zu muslimen in deutschland - aber hat ein deutscher politiker das gleiche schon einmal in bezug auf christen in deutschland eingefordert? und sollte man nicht annehmen, daß die "muslimischen bürger" einfach auf den anderen demonstrationen mitlaufen - recht integriert, könnte man denken?

unser aller pflichten - ganz seltsam wird's beim "sozialen pflichtjahr":

schily: [...] wir müssen die neue dimension der bedrohung erfassen. deshalb müssen wir auch unsere abwehrkräfte stärken. und dazu gehört, dass wir ein abwehrbewusstsein in der deutschen bevölkerung schaffen und für mögliche notlagen ein reservoir an helfern haben. da könnte ein pflichtjahr - das sicher auch andere soziale und gesellschaftliche zielrichtungen hätte - helfen.

sz: ein pflichtjahr zur gefahrenabwehr?

schily: voraussetzung ist allerdings, dass die leute in ihrem pflichtjahr dazu ausgebildet worden sein müssen. aber dann hätte ich dagegen keine bedenken.

sz: statt wehrpflicht also künftig eine gemeinnutzpflicht? junge menschen im pflichtjahr als helfer gegen den terror?

schily: nennen Sie es, wie Sie wollen. mir geht es vor allem darum, dass jeder junge mensch dann seinen beitrag für die gesellschaft leisten könnte, ob in der pflege alter menschen oder in der gefahrenabwehr beim thw.

hübsch argumentiert, wohl war. kurzerhand geht auf diese weise die wohlweisliche unterscheidung zwischen wehr- und zivildienst flöten. so sehr das aus dem bauch heraus in den wind gesprochen sein mag (obwohl herr schily sich klar sein muß, daß das, aus seinem munde, wellen schlagen muß), so sehr muß ihm klar sein, daß "gefahrenabwehr" keineswegs so neutral ist, wie er's klingen läßt und durchaus etwas sein könnte an dem teilzunehmen man sich verweigern möchte. das thw in allen ehren.

aber mit den rechten ist das ja so eine sache. auch zu den häftlingen von guantanomo weiß schily ja etwas zu sagen: wir haben, das muss man offen bekennen, noch keine eindeutige rechtliche kategorie gefunden, mit diesen menschen umzugehen. und deswegen - bei allem "kritisch" sein - ist es anscheinend irgendwie okay, ihnen erstmal gar keine rechte zukommen zu lassen. daß unklarheiten im status im zweifel für den gar nicht offiziell angeklagten zu gelten hätten, und daß dies einzufordern wäre in und von einem rechtsstaat, das rutscht hier irgendwo unten durch. leider auch bei den hochgeschätzten interviewern, philip grassmann und heribert prantl.

takogo kak putin

· Freitag, 12. März 2004 [W] · 11:27 Uhr ·
abt. für nachbars kirschen

anläßlich der am wochenende anstehenden präsidentschaftswahl in rußland (alles bleibt wie es ist) portraitiert klaus-helge donath in der taz den amtierenden präsidenten nebst - in kürze - seinem gefolge.

auch die monde diplomatique hat noch ein bißchen hintergrund. so geht es zum einen bei elfie siegl um das verhältnis des kreml zur russisch-orthodoxen kirche, zum anderen bei jean-marie chauvier um "sowjetnostalgie und neuen patriotismus". in einer kleinen randbemerkung geht es dann noch kurz um die aufarbeitung der sowjetischen vergangenheit.

schwebende gartenzwerge

· Donnerstag, 11. März 2004 [W] · 15:45 Uhr ·
abt. für nachbars kirschen

deutsche kleingärtner wollen anscheinend nicht, daß ihnen amerikanerinnen den vorgarten verdrecken, schreibt markus becker bei spiegel online. den hätten sie schließlich gekauft, auf der basis klarer verhältnisse:

die verkaufsrechte seien von der us-regierung an den mond-besitzer dennis hope übertragen worden, mit dem man zusammen gearbeitet habe.

womit sich das natürlich auch schon erledigt hat, denn

outer space, including the moon and other celestial bodies, is not subject to national appropriation by claim of sovereignty, by means of use or occupation, or by any other means.

außerdem hätte der schäferhund doch große probleme, sich zum zwecke der vertreibung von bösen eindringlingen gehör zu verschaffen - oder gar durch seinen raumanzug hindurch bissig zu werden. was vielleicht ein segen ist.

once upon a campaign

· Donnerstag, 11. März 2004 [W] · 13:16 Uhr ·
abt. für nachbars kirschen , abt. für schöneres leben

wer sich noch vage daran erinnert, daß zur letzten präsidentschaftswahl in den usa ein fernsehinterview mit mr george w bush nicht stattfand, und das anscheinend weil befürchtet wurde, er könne nicht gut wegkommen, wenn er wirklich etwas gefragt würde, den mag nichts mehr so recht erschüttern. allen anderen ist bruce klugers besprechung der dvd-ausgabe von alexandra pelosis journeys with george ans herz zu legen: gruselig.

und mit einer immer wieder zu stellenden frage: [...] pelosi's chronicle serves not only as a wily political character study, but also poses the unavoidable question: where was the discerning media coverage when we needed it most?

teenie-kult-software wordperfect

· Donnerstag, 11. März 2004 [W] · 11:42 Uhr ·
abt. für nachbars kirschen

ach, 1986. die april-ausgabe war meine erste selbstgekaufte "64er", und dann fuhr eines tages mein vater tatsächlich mit mir nach bonn, um mit mir und für mich einen gebrauchten commodore 64 zu erstehen. dann hieß es basic lernen, irgendwann kam assembler hinzu und wildes nächtliches programmieren für den 6502/6510. (und irgendwann kamen dann die tanzkurse und mit ihnen die frauen, aber das ist eine andere geschichte.)

es war eine wilde jugend: kathrin passig schreibt anläßlich der cebit für spiegel online über ihre erinnerungen an die cebit während der computersteinzeit, z.b. einen wettbewerb für computergraphik mit very nerdy umständen:

experten hätten theoretisch von der innovativen möglichkeit des atari st gebrauch machen können, aus einer palette von 512 farben sechzehn halbwegs zusammenpassende auszuwählen, aber das ist meines wissens nie vorgekommen. insofern war es vielleicht ganz günstig, dass wir über keine möglichkeit verfügten, die wettbewerbsbeiträge auszudrucken, auch wenn ein teilnehmer uns zu diesem zweck eine technik vermittelte, bei der man lediglich 16 din-a4-blätter mit pastellkreiden zu bemalen, nacheinander als durchschlagpapier in einen nadeldrucker einzuspannen und das ergebnis mit haarspray zu fixieren brauchte.

that's education!

· Montag, 8. März 2004 [W] · 23:06 Uhr ·
abt. für nachbars kirschen , abt. für schöneres leben

in a private white house meeting today with governors of both parties, president bush's education secretary rod paige left no insult behind for the national education association, calling the nation's largest teacher's union a "terrorist organization".

nach salon.com. (via ruthless reviews)

celebrity worship

· Montag, 8. März 2004 [W] · 13:54 Uhr ·
abt. für nachbars kirschen

gerade auf bbc world gehört: die wissenschaft in form von dr john maltby hat festgestellt, festgestellt, festgestellt, daß es ein anzeichen für psychologische probleme sein kann, wenn jugendliche sich übermäßig mit prominenten, stars und sternchen identifizieren und eine sehr persönliche beziehung zu ihnen imaginieren. keineswegs gemeint sei die normale schwärmerei, wie bbc schreibt, genannt "entertainment-social celebrity worship"

where children discuss the lives and tribulations of their favourite celebrities.
"this is a normal part of growing up," says dr maltby.

im gegensatz zur zweiten form, "intense-personal celebrity worship",

where children see their favourite celebrity as their soul-mate and are obsessed by them.
"they believe they have a very personal relationship with the celebrity," dr maltby told bbc news online. "it may be affecting their relationship with other people."
the survey suggested that as many as one in 10 children may fit into this category.

und während ich der meinung bin, daß schon eine geringe begeisterung für alexander oder daniel k. ein zeichen von nahezu krankhafter fehlsteuerung ist und daß darüberhinaus die unterscheidung zwischen intense-personal und entertainment-social so fließend ist, daß man glattweg auf sie verzichten könnte, um stattdessen festzustellen: manche jugendliche haben psychische probleme, manche nicht ---, erscheint mir diese zahl als sehr hoch gegriffen. ist reden mit beckham-postern schon gefährlich?
ist es ganz und gar krankhaft womöglich, wenn man nicht so richtig auf celebrity worship einsteigt als pubertierendes menschenwesen? meine güte, ich hatte allenfalls zwischendurch mal poster von <peinlichesgeständnis>limahl und bonnie bianco (die sich jetzt lory bianco nennt)</peinlichesgeständnis> an der wand.

hoffentlich haben die superresearcher nicht alle ihre zahlen übers netz erhoben. da könnte ja jeder sich eine krankhafte biographie zusammenklicken.

also für mich gilt jedenfalls:
my favourite celebrity and i have our own code so we can communicate with each other secretly (such as over the tv or special words on the radio).
gell, liebste?

präsihin, präsiher

· Freitag, 5. März 2004 [W] · 15:46 Uhr ·
abt. für nachbars kirschen

schön war's ja nicht, aber frau merkel wird auf diese weise vielleicht mächtiger, auf jeden fall aber zu helmut kohl (der ja nun gestern auch noch mal besonders wichtig war). aber in diesem unseren haushalt wurde während der letzten zwei tage schon mehr und mehr die frage gestellt, warum man denn da kein wörtchen mitreden könne und welche telephonnummer eigentlich angela merkel habe. zumal nach dem gezerre das ergebnis dann doch statt horst köhler von uns aus gerne auch annette schavan hätte sein können. lieber natürlich noch gesine schwan, aber vielleicht erscheint sie ja auch der bundesversammlung als sympathischer.

vielleicht ist es aber auch alles nicht so schlimm, ist doch der neue cdu-kandidat für das amt des bundespräsidenten ein durchaus nicht ganz unsympathischer mensch aus der unmittelbaren nachbarschaft meiner eltern. (ein hinweis, der natürlich auf dem mist der titanic gewachsen ist.)

adorno, again

· Freitag, 5. März 2004 [W] · 13:34 Uhr ·
abt. für nachbars kirschen

auf telepolis resümiert brigitte zarzer den bisherigen stand der lütgerts/reemtsma-adorno-kontroverse.

ganz unwissenschaftliche länder

· Donnerstag, 4. März 2004 [W] · 13:17 Uhr ·
abt. für nachbars kirschen

um dem thema "wissenschaft in den usa" einen für heute letzten stupser zu geben: es gibt halt wissenschaftliche und weniger wissenschaftliche länder. jetzt dürfen nicht mehr alle in den usa publizieren, schreibt harald neuber: embargo ist in.

lesenswertes, angesammelt

· Donnerstag, 4. März 2004 [W] · 12:00 Uhr ·
abt. für nachbars kirschen

in den letzten tagen sind mir einige recht lesenswerte artikel untergekommen, deshalb jetzt und hier eine kleine zusammenstellung:

* bei alternet fragt liz langley, ob sie eigentlich die einzige sei, die lord of the rings als "dating manual" verstehe - mit der besonders schönen conclusio:

some people will go to any lengths to get a ring; others, having had one for awhile, will go to any lengths to chuck it into a volcano.

* marc savlov beschäftigt sich in einem ursprünglich für den austin chronicle entstandenen artikel mit ganz anderen filmen: animes. anscheinend ist satoshi kon ein aufsteigender stern (ziemlich schiefes bild) des japanischen trickkinos, und mit erstaunen stellte ich fest, daß ich einen seiner (bislang wohl noch recht wenigen) filme, perfect blue, tatsächlich seinerzeit auf meiner ersten berlinale gesehen habe und in guter erinnerung behielt.

and now for something completely different.

* wie passend zu meinem dichtung-und-wahrheit-eintrag von vor ein paar tagen brachte die süddeutsche einen artikel von patrick illinger über aggressive bestrebungen, in den usa die evolutionslehre aus dem schulischen curriculum zu entfernen und stattdessen den kreationismus zu predigen. das nennt sich dann "intelligent design" und läßt sich, so illinger, anscheinend mit wissenschaftlichen argumenten zwar entkräften, aber nicht bekämpfen. politik ist gefragt:

am besten wende man sich an die örtlichen geschäftsleute und industriebosse, erzählt ein physik-professor. "wenn die hören, dass ihre kinder ohne vernünftigen wissenschaftsunterricht in harvard keine chance haben, knicken sie schnell ein."

natürlich steht zu hoffen, daß die universitäten nicht auch auf kreationismus umschwenken. am anfang war bush... ?

und die saga geht auch gleich weiter: salon bringt heute einen ursprünglich für grist magazine entstandenen artikel von amanda griscom - anscheinend wird jetzt zumindest einmal der amerikanische kongreß bemüht, sich doch ein paar wissenschaftliche gedanken zu machen.

* der glaube, dass es angesichts des großen falschen eine frage des realismus ist, das unmögliche zu wagen.

so schließt tobias rapp in der taz von montag dann doch noch recht sympathisierend seinen skeptischen artikel über den networking europe-kongress (schönstes neusprech, nech?) in münchen.

* zwei tage später weisen ulrike braun und michael bartsch darauf hin, daß man auch angesichts des zur zeit ja allgegenwärtigen dutroux-prozesses nicht vergessen möge, daß das böse möglicherweise näher an unserem herzen liegt, als uns angenehm sein kann und sollte. nicht weniger beklemmend als die verbrechen in belgien.

dichtung und wahrheit in den us of a

· Montag, 1. März 2004 [W] · 20:20 Uhr ·
abt. für nachbars kirschen

alternet/the nation hat mit robert f. kennedys story über die wissenschafts-interpretationen der bush-administration wieder einmal eine kleine gruselgeschichte aus dem umweltverschmutzungskabinett. dazu paßt leider auch farhad manjoos bericht über halliburton (bei salon.com).

alties 2004 vergeben

· Samstag, 28. Februar 2004 [W] · 19:28 Uhr ·
abt. für nachbars kirschen

gerade rechtzeitig vor der schalttäglichen oscar-verleihung (wieder einmal eine späte nacht für filmfreundinnen) hat alternet zum zweiten mal die alties verliehen. die alternativ-oscars - von der wohl mehrheitlich amerikanischen "public jury" vergeben - gehen dieses jahr an:

truth to power award (documentary): uncovered: the whole truth about the iraq war
you can't make this stuff up (documentary): winged migration
best 'feel bad' movie: mystic river
in the spirit of catherine deneuve (mein liebster altie): swimming pool
laugh out loud movie: a mighty wind
misfits unite and triumph: lost in translation
transformative love: lost in translation
guilty pleasure: pirates of the caribbean: the curse of the black pearl (sehr wahr --- und die alternet-redaktion berichtet dazu: " 'pretty people breaking the rules and saving the day,' wrote mary mueller. sounds guilt-free to us.")
the 'still wishing you could get your money back' award: the matrix reloaded (ouch!)
the big award: lord of the rings: return of the king (q. e. expectandum)

der premier und das mädchen

· Dienstag, 24. Februar 2004 [W] · 13:52 Uhr ·
abt. für nachbars kirschen

wie eine räuberpistole kommt philipp mausshardts geschichte über zoran djindjic in der taz daher: konkurrierende mafia-clans, eine betrogene ehefrau - und ein regierungschef als opfer quasi nebenbei. ob etwas dran ist an der geschichte? vielleicht erfahren wir's ja noch.

kein support, nirgends

· Montag, 23. Februar 2004 [W] · 14:20 Uhr ·
abt. für nachbars kirschen

in dem bericht bei salon.com geht es um technischen support in den usa, aber das ganze klingt doch sehr nach den geschichten, die ich so aus meinem umfeld mit call-center-erfahrung auch schon gehört habe. zwölf minuten zeit, aber keine ahnung. oder: anrufen und verkaufen, koste es, was es wolle...

von viren, pferden und preßfleisch

· Montag, 23. Februar 2004 [W] · 12:16 Uhr ·
abt. für nachbars kirschen , abt. für preßfleisch

die neue c't enthält (leider nur offline) einen gruseligen investigativ-artikel über die verbindungen von viren- und trojanerschreibern und professionellen spammern (ein bißchen staatstragendes selbstlob ist auch dabei: nach den recherchen eines marburger studenten und der c't ermitteln jetzt scotland yard, das fbi usw.). mit schönen aussichten: die szene "professionalisiere" sich; zu erwarten ist also kein abnehmen der virenflut, sondern für geld geschriebene. na klasse. jetzt muß ich doch mal mein linux installieren, glaube ich...
nur angedeutet wird die frage, ob nicht die security-firmen durchaus ein interesse daran haben, die virenflut nicht abebben zu lassen und die verantwortlichen nicht zu belangen. man will ja auch was verkaufen.

sexual dollitics

· Sonntag, 22. Februar 2004 [W] · 14:39 Uhr ·
abt. für gender trouble , abt. für nachbars kirschen

schon seltsam, daß nach erfolgter trennung in, anscheinend, gegenseitigem einvernehmen (was sollen puppen sich auch anschreien), barbie schon wieder einen neuen hat (den sie, ganz celebrity, der öffentlichkeit noch vorenthält), während von ken nur zu hören ist, er bleibe weiterhin ein guter freund. liz langley kennt die antwort: ken ist eigentlich schwul und geht jetzt nach kanada.

wahlfälschung rechtfertigt die mittel

· Donnerstag, 19. Februar 2004 [W] · 12:51 Uhr ·
abt. für nachbars kirschen

die taz berichtet in einem der heutigen tagesthemen über die morgen anstehenden parlamentswahlen im iran, die wohl zur farce geraten werden. bahman nirumand beschreibt, wie das politisch zu halten sein wird - nämlich am vorbild von china orientiert - und zugleich, wie man das rechtfertigt - mit dem vorbild der usa vor augen:

niemand zweifelt mehr daran: die islamisten werden aus den iranischen parlamentswahlen als sieger hervorgehen. bedenken, die erwartete niedrige wahlbeteiligung betreffend, werden von den konservativen beiseite gewischt. [...] auch exstaatspräsident haschemi rafsandschani, mächtigster drahtzieher der konservativen, hat schon vorgebaut: auch in den usa liege die wahlbeteiligung gewöhnlich bei dreißig bis vierzig prozent, sagte er. es habe dort bei den letzten präsidentschaftswahlen sogar wahlfälschungen gegeben.

quite equilibrium

· Donnerstag, 19. Februar 2004 [W] · 00:06 Uhr ·
abt. für nachbars kirschen

für alternet schreibt naeem mohaiemen eine hübsche geschichte darüber, was passiert, wenn in bangladesh hergestellte bootleg-dvds mit untertiteln versehen werden. von menschen, die des englischen allenfalls als zweitsprache mächtig sind. "and i imagine was quite equilibrium, mr. quatermain."

hub sexualität

· Mittwoch, 18. Februar 2004 [W] · 12:58 Uhr ·
abt. für nachbars kirschen

holger liebs hat sich für die sueddeutsche die berlin biennale angesehen, und sie hat ihm nur in teilen wirklich gut gefallen. lesenswert ironisch ist der artikel allemal, und sei es nur wegen einer schönen stelle:

so sitzt man also da, im hub "sonische landschaften", die kopfhörermuscheln über den ohren, und eine musikerin erzählt in einem video gestenreich, dass das gitarrespielen männlichen masturbationsbewegungen gleiche - sie selbst wolle lieber weibliche masturbationsbewegungen imitieren, also auf knöpfe drücken. das ist zumindest mal ein angenehm ironisches statement zur elektronischen musik von frauen, und von malaria! bis chicks on speed oder peaches ist in den kunst-werken entsprechendes videomaterial zuhauf abrufbar.

something's gotta give

· Sonntag, 15. Februar 2004 [W] · 12:50 Uhr ·
abt. für film , abt. für nachbars kirschen

juan moreno schreibt in der sz-wochenendbeilage eine nette kleine glosse über "was das herz begehrt" ("something's gotta give") und zerlegt die dem film zugrunde liegende liebesideologie auf das allerfeinste. seine conclusio:

wenn man den film "was das herz begehrt", der in amerika sehr erfolgreich war und es auch hier sein wird, wenn man diesen film also interpretiert, dann ergibt sich folgendes: männer sollten bis zum ende ihrer libido oder wenigstens der medizinischen verantwortbarkeit ihres viagrakonsums mit jungen frauen schlafen. sie können ruhig zu bindungsunfähigen, egozentrischen und unfairen kühlschränken werden, denn ältere frauen werden später auf sie warten, um ihnen eine art emotionales sterbehospiz zu sein. dafür müssen die männer mit den älteren frauen schlafen, wofür diese sehr dankbar sind. die andere aussage ist, dass junge männer, die sich für interessante, ältere frauen interessieren und es damit ehrlich meinen, vermutlich scheitern werden, weil ältere frauen nicht fähig sind, ehrliches interesse zu erkennen.

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