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rochuswolff.de
[i:rrhoblog] : medien

neue taz

· Montag, 9. Januar 2006 [W] · 00:46 Uhr ·
abt. für medien

060108_taz_neu.jpg

ja schick: die taz ganz schnuckelig-neu und noch schlichter-befreiter als sonst: viel weißraum und viel standard-xhtml.

enteignet springer

· Mittwoch, 30. November 2005 [W] · 17:39 Uhr ·
abt. für medien

ein samurai würde sich aus ehrverlust gleich selbst entleiben, herr diekmann, schlägt michael naumann vor, sollte zumindest das land verlassen:

hätte er eine Spur von Anstand, würde er seinen Namen ändern und eine neue Karriere versuchen, irgendwo, anderswo, nur nicht hierzulande, wo es genug der alltäglichen Schrecknisse schon gibt.

und weshalb? wegen einer weiteren menschenverachtenden, sensationsgeifernden schlagzeile. bild kotzt mich an.

(via bildblog)

pressemitteilungsspam

· Dienstag, 25. Oktober 2005 [W] · 15:32 Uhr ·
abt. für medien

weiß jemand der geneigten mein geschreibsel lesenden zufällig, ob auch pressemeldungen als spam eingestuft werden können? bei uns gehen inzwischen fast täglich irgendwelche pms ein von irgendwelchen reiseunternehmen, riesterverrenter u.dgl. mehr, und ich würde den menschen gerne einen spamvorwurf um die ohren hauen. nur so als frustrationsausgleich.

ob's wohl möglich wäre

· Dienstag, 11. Oktober 2005 [W] · 16:21 Uhr ·
abt. für medien

oh ihr schreibende fuzzis dieses großen überregionalen fachblattes für bigotterie, daß ihr mal eure society-edelfedern zu einem rechtschreibkurs schickt? orthographie für ahnungslose oder dergleichen bekäme euch sicherlich gut, und sei's nur, damit ihr niemals wieder statt womöglich wohlmöglich schreiben müßt bzw dürft. (vielleicht würde es ja auch reichen, den chefredakteur in die wüste zu schicken.)

flüchtlingsdrama droht

· Montag, 10. Oktober 2005 [W] · 17:40 Uhr ·
abt. für medien

heute morgen in bloglines: die zeit ganz prophetisch.

051010_bloglines_zeit_fluechtlingsdrama_klein.jpg

menschen zweiter klasse

· Freitag, 16. September 2005 [W] · 23:06 Uhr ·
abt. für medien

nur um das mal kurz, obwohl mir eigentlich anderes gerade deutlich wichtiger ist, vor der wahl noch zu sagen: das problem an der dämlichen und, wie das bildblog gezeigt hat, inhaltlich völlig behämmerten kampagne der bild gegen die spd, sie schleimten sich bei den türkischen wählerinnen ein (d.h. deutschen staatsbürgerinnen türkischer herkunft), um deren stimmen zu gewinnen (bildblog: Das Grundgesetz nennt das Mitwirkung der Parteien an der politischen Willensbildung.), die qua leserbriefen weiter und weiter fortgesetzt wird, ist natürlich, daß nach meinung dieses schmierblattes türkinnen, und seien sie auch keine, menschen zweiter klasse sind, deren stimme bitte nicht so wichtig sein darf wie die von kai dieckmann und seinen strammdeutschen gesellen.

ich wäre geneigt, dies, als ausdruck meiner ganz persönlichen meinung über derlei "berichterstattung", schlicht rassismus zu nennen.

spiegel online tritt nach trittin

· Donnerstag, 1. September 2005 [W] · 20:34 Uhr ·
abt. für medien

spiegelbanane.jpgein herzlicher, so richtig mit schmackes versehener dank an jörg-olaf schäfers. mir kam der artikel bzw. "kommentar" von claus christian malzahn über die angeblichen, so bösen lästereien trittins über amerikanische flutopfer (auf deutsch und auf englisch) schon in seiner faktenbasis etwas unwahrscheinlich vor - das roch doch sehr nach seltsamem kampagnenjournalismus.

jörg-olaf hat jetzt chronologie und kontext des artikels im medienrauschen dargelegt: who cares about the flut-opfers? unbedingt lesenswert.

Als Trittin seinen Artikel schrieb/autorisierte, gab es also noch keine ungezählten Leichen, die er bedauern, keine Hilfe, die er anbieten konnte. Das scheint bei Spiegel Online aber niemanden zu interessieren.

den ganzen text lesen

ahnungsloser als bohnenstroh

· Donnerstag, 18. August 2005 [W] · 18:16 Uhr ·
abt. für blogging & metablogging , abt. für medien

an dem artikel, der sich im neuen deutschland von heute zu blogs findet, stimmt aber auch nicht ein satz. kein einziger.

satz 1: kein mensch "ist" ein "wiki".
satz 2: die wikipedia ist kein weblog und aus Sicht von Fachleuten auch sicher nicht das Kommunikationsmedium von morgen.
satz 3: wikipedia.de eintippen macht niemanden zum blogger in spe (und frauen eh nicht).

man könnte das beliebig weiterspinnen (bitte schön), die schönsten perlen kann man auch einfach zitieren:

Weblogs sind die Wunderkinder der Generation Online [häh?]. Ein Blog, die Mischung aus WWW und Logbuch [das wäre dann wohl eher wwwlog oder wlog oder so], vernetzt Menschen aus allen Schichten. So effektiv, dass ein autonomes Bildungsniveau entsteht [wie bitte?]. "Schwarm-Intelligenz" heißt das neue Wissen, es vermehrt sich wie bei der Zellteilung [aha].

auch die ursprünge sind jetzt ein für allemal geklärt:

Vor 25 Jahren trafen sich Hamburger PC-Freaks im Chaos Computer Club und loggten sich in die Netzwerke großer Server ein. Die CCC-Hacker galten als kriminell, doch ihr Netzwerk war einzigartig und in gewisser Weise das erste Blog.

dann zieht der autor jan freitag ein bißchen über popnutten.de her, die sich natürlich und eloquent wehren, spricht von Wikipedia-Bloggern und vermutet auch zwischen dict.cc und blogs eine verbindung, die uns allerdings ein wenig schleierhaft bleiben muß - dafür kriegt herr freitag die jamba-geschichte ganz gut auf die reihe. fast jedenfalls.

um dem artikel dann noch einen richtig ahnungsfreien schluß zu verpassen, fügt die redaktion nach herrn freitags hinweis, die frankfurter allgemeine zeitung (ist die in der neues deutschland zitierfähig?) habe gerade angemerkt, dass sich deutsche Parteien der Blogosphäre nicht bedienen - was ja auch schon nicht stimmt - versaut es die redaktion erst noch so richtig mit komplett ahnungsloser parteinahme: (eine der wenigen Ausnahmen: Petra Pau, d.Red.)

So bleiben Blogs vorerst, was sie sind: Ein Ort für Leute mit viel Zeit, großem Mitteilungsbedürfnis, einiger Sachkenntnis und vor allem: einem guten Browser.

dem habe ich nichts hinzuzufügen. sachkenntnis ist ja wirklich eine gute sache.

schon gez-ahlt?

· Donnerstag, 4. August 2005 [W] · 11:13 Uhr ·
abt. für medien

im zusammenhang mit dem zdf-bericht über die wikipedia weist ralf im netzbuch in einer nebenbemerkung darauf hin, daß er mit dem angebotenen videomaterial nichts anfangen kann, da der von meinen Gebühren finanzierte Sender auf proprietäre Formate setzt, die ich nicht anschauen kann.

eigentlich eine ernste frage: darf ein mit öffentlichen mitteln und allgemein erhobenen gebühren finanzierter sender proprietäre formate verwenden? oder ist er nicht geradezu dazu verpflichtet, für alle lesbare dateien anzubieten? schließlich sind öffentliche einrichtungen auch dazu verpflichtet, ihre websites demnächst behindertengerecht zu gestalten.

über gebühr

· Mittwoch, 22. Juni 2005 [W] · 11:26 Uhr ·
abt. für medien
Übrigens schaue ich auch grundgebührfreies Kabelfernsehen: Ich habe monatlich (im Jahresschnitt) 43.800 Minuten inklusive, die allerdings zum Monatsende verfallen. Genau genommen habe ich ja sogar jede Sekunde eine ganze Sekunde inklusive, die allerdings zum Sekundenende verfällt. Mein Gott, ich muss mehr Fernsehen gucken!

der demagoge: da stelle mer uns ma janz dumm: watt iss en grundjebühr? (via ix, vgl. von dort aus auch herrn webers deutliche graphiken)

borghild, die sexpuppe der nazis, und ich

· Mittwoch, 22. Juni 2005 [W] · 10:02 Uhr ·
abt. für medien

oder wie ich mich einmal in der bild-zeitung wiederfand

heute mal eine sensationsgeschichte: mit sex, nazis, geheimen experimenten und verschwundenen dokumenten: ein fall für bild, ganz klar.

es geht um das sogenannte "borghild-projekt". nach der einzigen dazu existierenden internet-seite gab es unter dem projektnamen borghild anfang der 1940er planungen, eine weiblich aussehende puppe herzustellen, die dann den soldaten zur verfügung gestellt werden sollte, um, wie es heißt, den Soldaten die Triebabfuhr zu erleichtern - schließlich hatte man schon zu viele durch geschlechtskrankheiten verloren.

die puppe, deren entwicklung auf eine Initiative von Reichführer SS Heinrich Himmler zurückging und dem Obersten Hygieniker Dr. Joachim Mrurgowsky persönlich unterstand, sollte am deutschen hygiene-institut in dresden gebaut werden. das projekt lag in den händen von franz tschackert, der auch für die "gläserne frau" verantwortlich zeichnete.

borghild.de führte im weiteren en detail aus, welche bekannten frauen zunächst als modelle für die entwürfe erworgen wurden, welche materialprobleme entstanden etc. pp.

die startseite ist zwar inzwischen offline, kann aber im internet archive noch betrachtet werden; die deutsche und englische unterseite mit den wesentlichen informationen sind noch online.

***

die Geheime Reichssache - Das Borghild-Projekt 1941 kam mir erstmals vor etwas über einem jahr unter die finger, als im mai 2004 die anfrage einer kanadischen forscherin über das h-histsex-netzwerk kam, ob irgend jemand näheres über das sogenannte "borghild-projekt" wisse.

ich kramte ein wenig und stöberte und stellte fest, daß sich ohne größere nachforschungen nur wenig herausfinden ließ. dies war einfach: joachim mrugowsky gab es wirklich (auch wenn er sich nicht Joachim Mrurgowsky schrieb), ebenso franz tschackert und die gläserne frau. so weit, so naheliegend.

für eines der bilder auf borghild.de war bereits in der h-histsex-mail von annette f. timm eine mögliche quelle angegeben: offensichtlich war dieses bild einer schaufensterpuppe geringfügig modifiziert worden; aber das ist ja unter dem bild bereits angedeutet: Rekonstruktionsversuch an einer Schaufensterpuppe (Quelle: Female Runner - Made By Mondo ) - dazu später mehr.

zwei letzte, naheliegende schritte wollte ich noch machen: ich versuchte vergeblich, den admin-c ausfindig zu machen (er steht nicht im telefonbuch, und das hat sich bis heute nicht geändert), und schrieb dann noch je eine e-mail an das deutsches hygiene-museum in dresden und an die auf borghild.de angegebene e-mail-adresse.

natürlich bekam ich nur vom dhmd eine antwort, und die sehr freundlich: nein, man habe von diesem projekt noch nichts gehört, halte sicher auch nichts für ausgeschlossen, habe jedoch aufgrund der Beschreibung der technologischen Prozesse gewisse zweifel. im übrigen seien bislang auch keine anfragen zum "borghild-projekt" bei ihnen eingegangen.

das schien meine vermutung, es hier mit ausgemachtem dünnsinn zu tun zu haben, hinreichend zu bestätigen. viel weiter mochte ich nicht suchen, und daß ich eigentlich einen launigen blogeintrag dazu schreiben wollte, geriet dann irgendwie zwischen reichlich arbeit und anderen interessanten dingen in vergessenheit.

(pausenmusik. ein jahr geht vorbei.)

sperrfristmaulkörbe

· Dienstag, 21. Juni 2005 [W] · 12:12 Uhr ·
abt. für film , abt. für medien

natürlich ist es ein dickes ding, die sperrfrist, die für alle filmkritiken zu war of the worlds gilt (gesehen zuerst im medienrauschen, nachzulesen in der mopo und jetzt auch beim spargel).

genannt wird das ding embargo ("Ich dachte immer, das hätte was mit Waffenlieferungen nach China zu tun?" - "Der Film heißt ja auch War of the Worlds") und bezeichnet zwar keineswegs das ende der welt oder der pressefreiheit - sperrfristen für die medien sind ja nun wirklich nix ungewöhnliches -, ein kleiner affront ist es aber nun doch.

vielleicht sollten die großen deutschen zeitungen sich zusammentun und in einer gemeinsamen aktion einfach jetzt schon den film besprechen - und ihn dann ignorieren. das wäre doch mal was...

ein platz an der scheinwerfersonne

· Donnerstag, 2. Juni 2005 [W] · 12:26 Uhr ·
abt. für medien

das medienrauschen hat's und verweist auf die faz, ich las es vorhin in der süddeutschen: Im Fernsehprogramm der ARD ist jahrelang illegale Schleichwerbung platziert worden. hat der epd medien nicht nur herausgefunden, sondern auch zwei jahre lang durch die gerichte gepaukt.

In der Serie "Marienhof" und in anderen ARD-Sendungen wurden nach epd-Recherchen zehn Jahre lang Werbeaussagen und Botschaften für Firmen und Interessenverbände versteckt. Demnach hatte es die ARD-Produktionsfirma Bavaria Film zwei Münchener Privatfirmen über Jahre erlaubt, Schleichwerbung für den "Marienhof" zu akquirieren. Die PR-Botschaften der zahlenden Kunden oder deren Markenzeichen wurden anschließend von der Bavaria in die Fernsehserie, teilweise sogar in Drehbuchdialoge eingebaut.

beispiele sind in dieser bildergalerie zu sehen.

ein starkes stück, eine milde frechheit. es geht aber noch ein stückchen besser, als nächstes schwappt zu uns über den großen teich: polit-product placement. (alliteriert auch schön.)

arnold schwarzenegger, herrscher über kalifornien u.dgl., hat einen neuen werbespot gedreht. wie brian flemming schreibt (gefunden bei peek), tauchen darin einige gut platzierte produkte auf, And these products just so happen to be sold by major contributors to [Schwarzenegger's] campaign. im video (quicktime, windows media) wird das sehr deutlich ("ups! eine pepsi-flasche! wer hat die denn da hingestellt?").

und noch etwas deutlicher:

As anyone who has worked on a commercial shoot knows, every single prop and piece of scenery that is seen in a commercial gets placed there carefully and purposefully. The chance that a certain product or logo could make it into the frame without getting there by explicit design is precisely zero.

demnächst dann: cdu-werbespots, in denen ganz unaufdringlich im hintergrund die namen einiger schweizer banken auftauchen. und herrn westerwelle wird man vor lauter sponsorenlogos auf seinem anzug für einen rennfahrer halten bzw. kaum noch zu gesicht bekommen.

product placement könnte vielleicht doch ein gewinn sein.

mehr bräsigkeit für deutschland

· Samstag, 28. Mai 2005 [W] · 13:59 Uhr ·
abt. für medien

einstmals, berichtet harald schmidt spargel online, war ich derart dramatisch im Keller, dass die Amerikaner schon nach mir gesucht haben. er hat auch einiges anzumerken zur gegenwart: Stuttgarter Hauptbahnhof, Bahnsteig bis Rolltreppe - das bedeutet zehn Kids mit Fotohandy. Deutschland ist längst komplett überwacht. und zu gesellschaftlichen visionen: Ich würde mir übrigens wünschen, dass der Begriff Bräsigkeit noch eine größere gesamtgesellschaftliche Penetration erfährt.

(via ix)

war ja klar

· Mittwoch, 18. Mai 2005 [W] · 18:52 Uhr ·
abt. für gender trouble , abt. für medien
«Während sie sich zu Hause in Melbourne bei ihrer Familie aufhielt, wurde bei Kylie ein frühes Stadium von Brustkrebs diagnostiziert», teilte Kylies Management mit.

man kann das halbwegs nüchtern darstellen, wie ddp das tut.

man kann natürlich auch für die b.z. schreiben.

gedanken(losigkeit) zum medium weblog

· Mittwoch, 4. Mai 2005 [W] · 17:43 Uhr ·
abt. für medien
Da war doch tatsächlich ein Screenshot mit meinem Foto und Textauszügen von mir (übrigens nicht mal aus dem Blog, aber was macht das schon) groß in Eurem Heft, und ich wußte von nix.

lyssa meldet sich zu wort zur causa pia bzw. insbesondere zum vielkommentierten spiegel-online-artikel dazu. was sie zu sagen hat, ist ein kleines bißchen böse: lieber spiegel ... gruß von der seifenoper.

(und pia hat weitere pressestimmen, hinzu kommt diese.)

bild diskreditiert. und zieht den schwanz ein

· Montag, 2. Mai 2005 [W] · 18:58 Uhr ·
abt. für medien

sehr schön. in sachen wir sind der papst gegen bild (hatten wir schonmal) hat jetzt udo vetter bei springer für die in diesem kontext bereits genannte junge dame Schadensersatz-, Schmerzensgeld- und Unterlassungsansprüche geltend gemacht und das schreiben auch in seinem weblog veröffentlicht.

so weit, so werbewirksam auch, und frau p. resp. s. sei erfolg gewünscht, reichlicher. (mit 1.500 plus 5.000 euro sind die forderungen auch noch recht moderat. das tut im springer-hochhaus niemandem weh.) lustigerweise macht sich aber dann im lawblog anscheinend - auch das hatten wir in anderem kontext schon einmal - jemand aus dem springer-verlag so richtig zum affen ("tom", so etwa ab kommentar 25 geht's richtig los), indem er versucht, immer wieder links auf die website der mandantin zu setzen und sie über angeblich eigene copyrightverletzungen zu diskreditieren, als schmälerte das bilds eigene unzulänglichkeiten.

diese leute sind so peinlich.

bild.de hat den fraglichen artikel übrigens heute nachmittag entfernt.

irgendwie typisch

· Sonntag, 1. Mai 2005 [W] · 23:48 Uhr ·
abt. für medien

ich beantrage die kürzung der fernseh- und rundfunkgebühren. auf die gez können wir dann vielleicht auch gleich verzichten, jedenfalls darf dieser bürokratische apparat mal ratzfatz weg. ist eh' typisch deutsch.

da ist er schon, der grund meines zorns: "typisch deutsch?", die gestern von der ard als samstagabendunterhaltungsshow gesendete currywurstbude für klischees und schwache selbstironie. zugegeben, mein urteil stützt sich nur auf die letzen noch dazu überzogenen fünfzehn minuten dieser zeitverschwendung, es sollten ja eigentlich schon nachrichten kommen, und manche wird schreien: albern, kann man nix zu sagen, nur so'n bißchen. ach was.

bild klaut bilder

· Mittwoch, 27. April 2005 [W] · 18:12 Uhr ·
abt. für medien

ich hab zwar schon darauf hingewiesen, daß die ehrwürdige bild-zeitung die wir sind papst-aktion von eyesaiditbefore zu seinen eigenen gunsten um- und verdreht, aber einen aspekt gibt es ja doch noch, auf den jetzt auch das bildblog hingewiesen hat, der mir allerdings schon bei dem hier eingescannten zeitungsausschnitt auffiel und im online-artikel nachzusehen ist - bild rafft es nicht nur nicht, die zeitung hat zudem bilder abgedruckt, ohne die zustimmung der rechteinhaber einzuholen (man kennt das: quelle: internet), die abgebildeten um erlaubnis zu fragen oder auch nur einen link zu setzen.

das ist übrigens, insbesondere wenn es für kommerzielle zwecke geschieht, illegal. verklagt bild, kinners.

addendum 22:15 uhr: wie ix richtig unten in den kommentaren schreibt, kommen die meisten der bilder eh' von letterjames - dennoch wäre eine quellenangabe journalistisches minimalmaß gewesen. und zumindest in einem fall muß man klar sagen: pia hat das nicht gewollt.

medienkritikwatch

· Dienstag, 19. April 2005 [W] · 14:51 Uhr ·
abt. für medien

this is not politically incorrect, it's just incorrect: davids medienkritik takes some unrelated newspaper articles that happened to be in the papers on the same day, puts them in the blender of his preshrunk opinion and claims that the faz sees a direct line from bergen-belsen to abu ghraib.

yeah, right. vasili knows better. (found at hem's place)

du kotzt nicht für dich, sondern für dein land

· Sonntag, 17. April 2005 [W] · 12:32 Uhr ·
abt. für medien

eigentlich kann einem ja das ganze heuchlerische gezerre um frau gracia wurstegal sein und bleiben (die charts sind manipuliert! wow! eine neuigkeit! hätte niemand gedacht!), aber spargelonline ist schon wieder einmal selten blöd.

spiegelbanane.jpgdie lesen ja sicher inzwischen auch das bildblog, sollten sie jedenfalls, und nach dieser geschichte sollte man eigentlich wirklich keine "meldung" mehr daraus machen, wenn irgendwelche Stars und Sternchen in der bild-zeitung einen offenen brief "veröffentlichen", in dem die sängerin aufgefordert wird, doch bitte gefälligst nicht aufzutreten, wegen deutschland und so:

Solange der Verdacht der Manipulation auf diesem Lied liegt, schadet der Auftritt nicht nur Deiner Karriere, sondern auch dem Ansehen Deutschlands.

jetzt mal abgesehen davon, daß dann gar niemand aus diesem unserem wurstland am grand prix de tralalaschubidubi teilnimmt, weil inzwischen eine um- oder neubesetzung nicht mehr möglich ist, und daß derleich nationale reputationsrhetorik die bedeutung des grand prix ebenso massiv wie die eigene bedeutung fürs ansehen deutschlands (i.d.s. also die von z.b. Nicole, Guildo Horn, Nino de Angelo und Michelle) überschätzt und allzu positiv bewertet: sieht man von alldem ab und hört auf, sich zu fragen, was diese playbackbarden nebst udo jürgens dazu bewogen haben mag, sich auf und vor den karren der bild-zeitung binden zu lassen, so bleibt doch noch die frage, warum also spiegel online allen ernstes in einem artikel folgenden satz stehen läßt: Mittlerweile soll Gracia nach Informationen der "Bild" ("Arme Gracia!") sogar von ihrer Plattenfirma Universal gefeuert worden sein.

wo doch nun wirklich klar sein sollte, nochmals, nachdem man im bildblog nachgelesen hat, daß in diesem kontext allenfalls stehen dürfte: Mittlerweile soll Gracia nach gezielter Desinformation der "Bild" ...

liebe ard,

· Samstag, 2. April 2005 [W] · 23:57 Uhr ·
abt. für medien

man kann ja zu eurer papst-tod-berichterstattung sagen, was man will, ein wenig besser als die der meisten anderen sender mag sie sein, aber daß ihr jetzt gerade zu bildern der unzähligen papstreisen und sonstigen -auftritte eine easy-listening-variante von queens who wants to live forever spielt, das ist sowas von unmöglich. echt jetzt.

die rasche karriere der jill yablonski

· Dienstag, 15. März 2005 [W] · 23:55 Uhr ·
abt. für medien

liebe spiegel-online-redaktion, ihr habt euch wieder einmal eine banane verdient, für artikel, die beim leser reifen.™

spiegelbanane.jpgwie vasili aufzeigt, habt ihr nicht nur über eine studie an zwillingen berichtet, die religiosität auf genetik zurückführt und dabei vermutlich erheblich vorsichtigere aussagen macht als eure: Im Erwachsenenalter sind es in erster Linie die Gene, die über die Religiosität entscheiden, nämlich z.b. [The] correlations suggest low genetic and high environmental influences when the twins were young but a larger genetic influence as the twins age.

nein, ihr habt leider auch die Forscherin Jill Yablonski als quelle angegeben, die aber gar nicht an der studie beteiligt war und auch gar keine forscherin ist, sondern vielmehr, wie z.b. diese pressemitteilung zeigt, die kontaktperson bei blackwell publishing, die das journal of personality herausgeben.

qualitätsjournalismus

· Dienstag, 15. März 2005 [W] · 15:49 Uhr ·
abt. für medien

in der blogbar hat kai pahl auf schwierigkeiten des focus'schen cebit-weblogs mit der journalistischen recherche aufmerksam gemacht, daraufhin trat ein autor des focus wüst schäumend in fettnäpfchen, bis focus jetzt einen rückzieher machte und sich entschuldigte. hebt sich der focus auf spiegel-niveau? (gefunden im mehrzweckbeutel)

spiegel online entschuldigt sich

· Dienstag, 8. März 2005 [W] · 20:56 Uhr ·
abt. für medien

nachdem spiegel online wieder einmal beim abschreiben aus der wikipedia erwischt worden war (details bei blogs!), gibt es nun eine immerhin bemerkenswerte reaktion: eine entschuldigung.

An dieser Stelle stand ein Text, der so nicht auf SPIEGEL ONLINE hätte erscheinen dürfen. Er erläuterte die Hintergründe zum Völkermord in Ruanda und bestand in wesentlichen Teilen aus Passagen, die wörtlich dem Online-Lexikon Wikipedia entnommen wurden, ohne die Quelle zu nennen.
Selbstverständlich handelt es sich dabei um einen klaren Verstoß gegen die redaktionellen Richtlinien von SPIEGEL ONLINE. Dort, wo in Texten Informationen aus fremden Quellen verwendet werden, muss dies immer kenntlich gemacht werden.
Die Chefredaktion von SPIEGEL ONLINE bedauert diesen Vorgang und entschuldigt sich ausdrücklich bei den Machern und Autoren von Wikipedia für die fehlende Zitation.

das ist doch mal was, wenn auch was kleines. andere als die wikipedia wären wahrscheinlich auch längst mit strafbewehrten unterlassungserklärungen u.dgl. angelandet (via bürger-herold, aus meinen trackbacks).

oops, they did it again

· Sonntag, 6. März 2005 [W] · 02:56 Uhr ·
abt. für medien

wie donalphonso berichtet und belegt, hat der online-spargel sich wieder einmal bei der wikipedia bedient. ohne quellenangabe, versteht sich, und mit sattem © spiegel online 2005 darunter.

donalphonso resümiert:

Der Eigenanteil am Beitrag besteht also in den ersten vier Absätzen ausschliesslich in einer leichten Umgestaltung des Wikipedia-Textes.

und das bei einem text, der nur fünf absätze hat. jetzt darf man ein bißchen gespannt sein was passiert und ob das ein wenig wellen schlägt: im medienrauschen ist es schon.

(gesehen zuerst bei herrn dipl.ix)

bild sagt die wahrheit!

· Dienstag, 1. März 2005 [W] · 00:13 Uhr ·
abt. für medien

von wegen schmierblatt! bei der gestrigen bild.t-online-lektüre fiel mir wieder einmal auf, wie voller wahrheit die so verpönte auflagenstärkste zeitung deutschlands ist.

zum beispiel:

Von wegen gleichberechtigt! Obwohl Frauen immer häufiger auch in höheren Positionen arbeiten, liegen sie beim Gehalt noch weit hinter ihren männlichen Kollegen. Trotz gleicher Qualifikation verdienen Frauen im gleichen Job im Schnitt 12 Prozent weniger als Männer.

ungerechtigkeit! bild berichtet exklusiv! und weiß auch, warum frauen dennoch mehr ausgeben, z.b. für

Zeitschriften
Frau: FÜR SIE, Journal für die Frau, Petra, BILD der Frau, Elle - da kommen schnell 10 Euro pro Woche zusammen
Mann: Stern für 2,50 Euro oder Spiegel für 3 Euro - und die Frau liest auch noch mit

und als wäre das nicht genug, auch der vielgeschmähte franz josef wagner schreibt die wahrheit, die reine wahrheit und nichts als:

"Die Bahre ist die Wiege des Himmels" - diesen Satz kann ich wegschmeißen.

nur ein kleiner schönheitsfehler: hätte er's doch schon vor der niederschrift getan.

lieber franz josef wagner,

· Dienstag, 15. Februar 2005 [W] · 17:39 Uhr ·
abt. für medien

sie haben am sonntagabend auf der berlinale den film sophie scholl - die letzten tage gesehen und schrieben jetzt einen ihrer briefe an julia jentsch, die die hauptrolle in diesem film spielt.

sie bringen dazu den film auf ihre vage art - man könnte da ja auch politisch klarere worte finden - in verbindung mit den demonstrationen in dresden am gleichen tage sowie - und hier ließen sie mich argumentativ auf der strecke - mit grünen kneipenwirtinnen.

Sie [, julia jentsch,] spielten die Studentin Sophie Scholl, die mit Flugblättern gegen die Nazis kämpfte und von der Nazi-Guillotine geköpft wurde.
Was ich mir wünsche, sind aktuelle Sophie Scholls - und nicht im Kino. Ich habe die grünen Kneipenwirtinnen satt!

was, lieber f. j., wollen sie uns damit sagen? daß mehr aktuelle junge frauen geköpft werden sollten, nicht im Kino? daß grüne kneipenwirtinnen geköpft werden sollten? daß grüne kneipenwirtinnen irgendwie wie nazis sind, gegen die mit flugblättern und köpfen vorzugehen ist?

herr wagner, erleuchten sie uns!

bildblog wieder ein bißchen berühmter

· Freitag, 7. Januar 2005 [W] · 18:02 Uhr ·
abt. für medien

nachdem das bildblog völlig zurecht jetzt schon einige male in meiner zweitlieblingszeitung zitiert wurde, hat sich auch das zdf zumindest auf seiner internetseite des themas angenommen und neben einem kurzen bericht auch ein interview mit christoph schultheis veröffentlicht. ehre, wem ehre gebührt.
(via unblogbar)

der terrorist an sich schnackselt ja gerne

· Sonntag, 19. Dezember 2004 [W] · 21:09 Uhr ·
abt. für medien

liebe spiegelonline-redaktion, für diese artikelüberschrift haben sie wieder mal eine banane verdient.

Saudische Surfgewohnheiten: Lieber XXX-Sites als al-Qaida

da steckt viel drin: die implizite erwartung, der saudi an sich sei ein terrorist, der eigentlich immerzu damit beschäftigt sei, sich "the anarchist's cookbook" oder dgl. anzusehen. die geradezu überraschte feststellung, stattdessen befasse er sich gern mit spezifischen fragen der geschlechtlichen vereinigung.

mithin: wenn schon nicht böse, so doch sexbesessen, so sieht man den araber ja gern. dumm ist das, zumal es im folgenden, sehr kurzen artikel dann darum geht, dass rund 92,7 Prozent aller Versuche, Seiten zu betrachten, die in Saudi-Arabien gesperrt sind, "Pornografie" betreffen und es bei lediglich 7,3 Prozent um politische oder religiöse Inhalte oder gar terroraufrufe ging.

anders gesagt: eigentlich sollte uns die nachricht nicht freuen, wie der titel, an rassistische selbstgefälligkeit gemahnend, suggeriert (und dabei den titel einer dpa-meldung noch übertrifft), sondern sorgen machen: daß in einem land, in dem der zugang zum internet beschränkt ist, politische inhalte beim "illegalen" surfen eine so geringe rolle spielen. wundern muß das allerdings wiederum nicht; das ist vermutlich nirgends auf der welt anders.

volksbettwäsche

· Samstag, 11. Dezember 2004 [W] · 17:06 Uhr ·
abt. für blüten des kapitalismus , abt. für medien

nach volksbibel und anderem volkstrulala scheint sich bild jetzt auch nicht nur mit dem photoapparat in die betten seiner leserinnen und leser schleichen zu wollen, wenn man den hiesigen postwurfsendungen glauben schenken mag.

041211_bildbettwaesche_klein.jpg
aus dem aktuellen real-prospekt für berlin

es bleibt die frage: wer kauft das? wofür? für wen? antworten bitte in die kommentare.

p.s. online gibt's die bettwäsche auch.

öffentliche rüge für bild

· Freitag, 3. Dezember 2004 [W] · 00:34 Uhr ·
abt. für gender trouble , abt. für medien

der deutsche presserat hat in einer gestern veröffentlichten pressemitteilung u.a. die bild-"zeitung" für ihre berichterstattung über bzw. gegen sibel kekilli gerügt. in der mitteilung heißt es:

Öffentlich gerügt wurde die Berichterstattung der BILD-Zeitung über die Schauspielerin Sibel Kekilli. Die Zeitung hatte nach der Verleihung des Goldenen Bären mehrfach über die Vergangenheit der Schauspielerin berichtet, die vor ihrer Rolle in dem ausgezeichneten Film "Gegen Die Wand" in Pornofilmen mitgespielt hat. Natürlich kann über die Vergangenheit einer Schauspielerin berichtet werden. Dabei ist aber zu beachten, dass in der Berichterstattung die Persönlichkeit der Betroffenen nicht mit den Rollen, die sie gespielt hat, identifiziert wird. Der Beschwerdeausschuss ist der Überzeugung, dass die Berichterstattung über Sibel Kekilli insbesondere durch die Kombination von Text und Bild diese Grenze deutlich überschreitet. Solche Berichterstattung entwürdigt nach Meinung des Ausschusses die Betroffene und verletzt damit die in Ziffer 1 des Pressekodex geforderte Wahrung der Menschenwürde:
Ziffer 1: Die Achtung vor der Wahrheit, die Wahrung der Menschenwürde und die wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit sind oberste Gebote der Presse.
Das öffentliche Interesse deckt eine Form der Berichterstattung nicht, in der die Persönlichkeit der Betroffenen auf das reduziert wird, was man über diese in den Klappentexten von Pornofilmkassetten lesen kann.

(aus dem bildblog)

auf der seite der armen, kranken und schwachen

· Samstag, 27. November 2004 [W] · 10:59 Uhr ·
abt. für gottesbilder , abt. für medien

ich habe mich ja bereits darüber echauffiert, daß sowohl die katholische als auch die evangelische kirche sich nicht zu blöde war, mit kai diekmann und seinem schmierblatt ins bett zu hupfen, um die volksbibel unters, naja, "volk" zu bringen.

sieht man einmal von der problematischen begriffswahl ab, die diekmann, lehmann und huber gemeinsam mit dem katholischen weltbild-verlag zum "volk" führte, stört mich vor allem, daß die kirchen sich mit dem zentralorgan für bigotterie, verklemmte, notgeile homophobie, stammtischsprüche und sexismus zusammengetan haben. natürlich mag das unterfangen ehrenwert gewesen sein: den menschen das "wort gottes" nahezubringen. allerdings muß den kirchen klar gewesen sein, daß sie hernach mit sprüchen wie Würde es heute geschehen, stünde es in BILD zu rechnen hatten: die bibel als die bild-zeitung des messias. das nenne ich selbstbewußtsein!

Vor dem Verderben kommt Stolz, und Hochmut vor dem Fall. (sprüche 16,18)

jetzt aber schwillt der bild-redaktion die vom darauf trommeln schon ganz gerötete brust: Diese Ehre ist noch keiner deutschen Zeitung zuteil geworden! nämlich, wie schon von ix und herrn abundant berichtet, eine audienz beim papst, dem herr diekmann persönlich eine volksbibel überreichen durfte; die zeitung nimmt das zum anlaß, ihren leser/inne/n ganz religiös zu kommen.

telepolis aufpoliert

· Donnerstag, 11. November 2004 [W] · 11:22 Uhr ·
abt. für medien

telepolis hat sein layout ein wenig aufgefrischt, und fragt auch gleich, ob's gefällt; ästhetisch ist es ja ganz ansprechend, aber css sind anscheinend immer noch übermorgen: tablez rule, oder was?

independent journalism

· Mittwoch, 3. November 2004 [W] · 09:31 Uhr ·
abt. für medien

041103_foxnews.jpg

es ist jetzt etwa 20 minuten nach 3 uhr est, aber fox news behauptet mit angeblichen zahlen von kurz nach eins (that's news!), bush fehle nur noch eine wahlmenschenstimme - als sei ohio eh klar. wie kloßbrühe, meine lieben. objektivität, my ass.

bei cnn sieht's noch ein wenig unklar aus.

041103_cnnnews.jpg

kloßbrühe eben. it&w schreibt mit.

gott schreibt für bild

· Samstag, 30. Oktober 2004 [W] · 15:21 Uhr ·
abt. für gottesbilder , abt. für medien

man kann es kai diekmann vielleicht ein wenig nachsehen, daß er sich, als oberchef der auflagenstärksten deutschen tageszeitung, überschätzt. hybris ist ja teil des geschäfts. aber sich und seine zeitung im vergleich mit dem anderen größten autor der weltgeschichte, gott, zu setzen?

Seit mehr als 2000 Jahren bietet die Bibel Orientierung, Hoffnung, Kraft. Mit der Volksbibel wollen wir neugierig machen auf dieses großartige Buch und zeigen, welche Aktualität die Texte auch für unser Leben haben. Daß Bibel und BILD zusammengehen, ist nur auf den ersten Blick erstaunlich. Denn auch BILD zeigt jeden Tag die guten und fröhlichen wie die dunklen und traurigen Seiten des Lebens. Das ganze Spektrum unserer Gesellschaft, lebensnah, anschaulich und fern aller Theorie. (herr diekmann in einer presseerklärung)

es gesellt sich also jetzt zur bild-bestseller-bibliothek noch die volksbibel. schön illustriert ist sie (luther! cranach! michelangelo!), und allein die möglichkeit der verbreitung von "gottes wort" mag kardinal lehmann und bischof huber bewogen haben, dieses projekt mit zu unterstützen, will sagen: mit der gedruckten verkörperung unchristlichen sensationsgeilheitsabberns ins bett zu springen.

und was kommt eigentlich als nächstes? nach dem volks-pc, der volks-zahnbürste, dem volks-fonds und der volks-karte etwa der volks- nein, natürlich: das volks-radio?

(hinweis vom lieben m. per email)

worldwidebild

· Donnerstag, 28. Oktober 2004 [W] · 16:50 Uhr ·
abt. für medien

die bild-"zeitung" erblödet sich, eine wahlempfehlung für die us-wahlen zu veröffentlichen, bzw. dann zu sagen, der artikel gebe allein herrn müller-voggs meinung wieder, aber herrn kerry werde man sicher nicht empfehlen. ob das als tastendes vorspiel für die bundestagswahl zu werten ist oder den leicht neurotischen anspruch der "zeitung" ausdrücken soll, nicht nur überregional, sondern weltweit einflußreich zu sein (so eine art new york times für autor/inn/en ohne großes großhirn), das sei einmal dahingestellt. jedenfalls fehlten fast die worte, diesen blödsinn zu umschreiben, gäbe es nicht das treffende wort aus einem kommentar der sz: "possierlich".

bzw. speichelleckend oder arschkriechend. denn während der bush-equipe der rest der welt sowas von egal ist, erklärt uns also hugo müller-vogg die welt in zehn punkten.

3. Unter Bush werden die USA als Supermacht weiterhin die Hauptlast in dem von den islamistischen Fanatikern einseitig erklärten "Heiligen Krieg" tragen - militärisch, finanziell und auch beim Blutzoll.

der beste grund für die amerikaner/innen, bush zu wählen, ist also, daß auch weiterhin mehr und mehr amis sterben werden. oder Anders gesagt: Die USA haben den Krieg zwar nicht angefangen, aber immer noch besser, Amerikaner sterben, als Deutsche. (bildblog)

ansonsten verdanken wir das Ende des kalten Krieges und die Wiedervereinigung einzig und allein ronald reagan (seit wann wird helmut kohls mantel der geschichte von seinem haus- und saumagenblatt vergessen?), und vielleicht werden wir george w. einmal genauso dankbar sein. jetzt mal mit ganz weggelassener realität.

deutschquote

· Donnerstag, 30. September 2004 [W] · 11:03 Uhr ·
abt. für medien

also hier wird weiterhin in jeder sprache gepfiffen und gesungen, die mir gerade durch den kopf geht (das sind ja nicht so viele). die diskussion über die "popquote" wäre allerdings vielleicht an den haaren herbeigezogen, wenn die radiosender spielten, was auch gekauft wird.

Womit wir wieder bei den gefesselten und geknebelten Moderatoren wären. Die, so bestätigten die Vertreter des privaten und öffentlich-rechtlichen Rundfunks, exekutierten in ihrer deutsche Lieder größtenteils aussparenden Musikauswahl nur die mit wissenschaftlicher Präzision ermittelten Wünsche der Hörer.
Welche allerdings in der letzten Woche gleich acht in Deutschland produzierte Alben, davon sechs deutschsprachige, in die Top Ten der Charts hinein gekauft haben. Was nur bedeuten kann: Die Musik, die wir kaufen, wollen wir nicht im Radio hören. Dafür bedürfte es dann wohl einer ganz neuen Quotenlogik.

(sueddeutsche.de: eine ganz neue quotenlogik)

aber wer will schon immerzu pur oder wolfgang petry hören? oder sollte sich die auswahl gar nach "qualität" bestimmen? da würde es vielleicht helfen, "qualität" einfach generell zum kriterium dafür zu machen, ob und wie oft ein musikstück gespielt wird.

naja, und das ist ja nun ein bißchen illusorisch.

die marke spiegel

· Donnerstag, 23. September 2004 [W] · 14:41 Uhr ·
abt. für medien

ich will gar nicht weiter darauf herumreiten, das hatten wir ja schon. spiegel online jedenfalls hat seine tolle serie zu markennamen &c. wieder neu ins programm aufgenommen und verkauft es jetzt dreist unter dem namen spiegel onlines markenwelt: woher logos und produktnamen kommen. ein/e autor/in wird gar nicht mehr genannt (was ist denn aus daniel rettig geworden?), ebensowenig wie die wikipedia (anders als schließlich in der ursprünglichen serie, die auch noch online ist). stattdessen bittet man um weitere ideen von leser/inne/n. das ist qualitätsjournalismus! (merci, it&w)

hohle parolen vs ganz schlimm berechtigt

· Donnerstag, 23. September 2004 [W] · 14:33 Uhr ·
abt. für medien

es war lange abzusehen: mit titanic wär das nicht passiert. bildblog muß man einfach lieben.

philosophie

· Montag, 20. September 2004 [W] · 09:46 Uhr ·
abt. für medien

oktoberfest, "du bist ein philosoph." das unterscheidet dich von f. j. wagner:

Und außerdem finde ich es toll, eine Bierleiche zu sein und nicht eine Leiche im Irak.

(via vasili)

letzte newsigkeiten

· Samstag, 18. September 2004 [W] · 14:45 Uhr ·
abt. für medien

jetzt wird noch der beißende testosteron-gemuff aus den hütten gelüftet, und wir können alle wieder unseren dingen nachgehen: grillen, bloggen, wein und gesang. (leicht modifiziert zitiert von dielu; via it&w)

ein letztes durchlüften also: es scheint so, als hätten sich die die "blogwarte" (via polarluft) endlich ausgetobt. jedenfalls ist klein-bloggersdorf inzwischen genervt von der mehr und mehr ausufernden, nein -rastenden "diskussion", die gestern abend bei kommentar #243 eingeschlafen zu sein scheint (merci!) und vorher vor allem mangelnde diskussionskultur im dorf bewies. männer eben.

derweil fragt die fr ein paar menschen mit ahnung nach den rechtlichen voraussetzungen, nach denen aus weblogs zitiert werden kann/soll/darf, oder nicht (outrage verbittet sich das für alle verständlich gleich ganz; via polarluft), und moe bittet um weitere klärung einiger fragen, die es zu den cc-lizenzen noch gibt (und bekommt auch schon antworten).

finalement schlägt kris vor, doch eine dem medium angemessene gegenwehr zu entwickeln, und im automat verweist man auf einen artikel von herrn praschl zu parallelen zwischen punk und weblogs.

Irgendwann kriegen die anderen das mit. Noch mehr Kids da draußen, die sich jetzt auch alle so ein Weblog zulegen wollen, obwohl sie gar nicht kapieren, was das ist und worum es geht. Sie haben es halt mitbekommen, dass dort ein guter Sound ist und die irrsten Leute miteinander können, und wenn man Glück hat, gibt es Gigs, bei denen jeder jeden linkt. Das wollen sie auch haben. Obwohl sie doch bisher immer nur im Proberaum der evangelischen Jugendgemeinde in so einer Covercombo gespielt haben, das Megabandrepertoire rauf und runter, sogar Kuschelrock. Schmeißen sie alles weg jetzt, schneiden sich die Haare, kaufen sich auch so ein wildes T-Shirt (die gibts nämlich jetzt schon zu kaufen) und probieren es mit Punk. Aber man hört das noch, dass die früher Kuschelcovers gemacht haben. Manchmal spielt sogar einer Klampfenelsen-Folk, nur ein bisserl schneller. Klingt dann fast wie Punk.
[...]
Ganz am Ende: ein paar ältliche Zausel in der Fußgängerzone. Zu fertig, um es noch zu bringen. Alte abgewetzte Lederjacken, irgendeine Misttöle, ein paar Dosen Bier. Aber immer noch ein schöner Iro. Echt Kernseife, kein Gel. Du gehst vorbei und kannst es kaum glauben, dass es die Typen immer noch gibt. Glotz nicht so, zischt dir einer nach, wenn du fotografieren willst, musst du löhnen.

kinners, wir werden noch zu unseren eigenen karikaturen. seid wenigstens selbstironisch genug, das lustig zu finden.

lesen bild-leser bücher?

· Donnerstag, 16. September 2004 [W] · 23:58 Uhr ·
abt. für medien

man läßt es darauf ankommen, denn, schlimm aber wahr: die bild-bestseller-bibliothek kommt. zwar ist es beknackt (wie ich bereits schrieb) zu verkaufen, was sowieso fast jede/r hat (was also die definition von "bestseller" erfüllt), aber im zweifelsfall soll's halt der pate mit seinen methoden richten. alles weitere in den signalen.

bild balla balla

· Donnerstag, 16. September 2004 [W] · 14:53 Uhr ·
abt. für medien

heidi klums brüste kann man per superlupe genau inspizieren, und herr wagner ist aus dem urlaub zurück; wir erfahren gleich, was so einen "junggesellen-kühlschrank" füllt: "o-saft, 6 tomaten-suppen". klarer fall von polypunktion, das, und der erkenntnis: Palmen sind schöner als Nazis. je nun.

kein grund, sich nicht aufgrund der detailliert reflektierten kritik doch "der untergang" anzusehen, jenen film, vor dem wir uns im generalfeuilleton natürlich auch nicht retten konnten.

einmal mehr zeigt sich der ungebrochene drang des menschen, wenn man schon nicht zum denken imstande sei, so doch zumindest, der wirkung halber (das haben wir alle im deutschunterricht gelernt) heftig zu alliterieren. wir finden uns also wieder Im Bunker des Bösen mit adolf hitler, Mensch, Monster, Massenmörder. Wirr, wütend, wahnsinnig. darüber kann man glatt vergessen, daß es nicht hitler allein war, der 50 Mio. Menschen in den Tod zog. aber so strickt die zeitung weiter am mythos des einzeltäters adolf h., und bemerkt nicht einmal, wie albern die marotte sein kann, hinter jedem namen das alter anzufügen.

040916_bild_hitler_untergang.gif
screenshot von bild.t-online.de

aber schön, daß es wenigstens ein deutscher film ist.

once more, with feeling

· Donnerstag, 16. September 2004 [W] · 11:43 Uhr ·
abt. für medien

ein neuer tag, das alte lied: ein bißchen news-update.

it&w schlägt zurück und zitiert jetzt seinerseits "täglich" (wer's glaubt) auszüge aus news. andrea hat überhaupt mal in ruhe in die zeitung reingeschaut, und auch telepolis ist nicht unbedingt begeistert. (standard-prophezeiung daher: news wird eingehen, und zwar bald. hoffentlich zusammen mit welt kompakt, wenn ich das mal sagen darf.)

unberührt dreht sich die diskussionsschraube in der blogbar und bei moe immer weiter; da verliert man schon mal die lust, noch alles mitzulesen, zumal da nicht immer besonders konzentriertes und diszipliniertes zu lesen ist; aber gut, daß wir mal drüber geredet haben.

Wenn wir weiter jedes Argument noch dreißigmal im Kreis umherschwurbeln, überbieten wir den Blogzählungsthread bei Moe. Der hatte 477 Kommentare, soweit ich weiß. Komm schon, Blogosphäre! Nicht aufgeben! Labern muss sich wieder lohnen! (anke gröner in einem kommentar)

derweil überlegen manche, ob sie überhaupt weiter bloggen sollen, wenn ihre texte für billige, schlechte zeitungen mißbraucht werden können, monsieur swr verweist auf einen eintrag zum urheberrecht an webloginhalten, und anderswo wird freimütig eingestanden ("ich bin jung, ich brauche das geld!"), schon mal ein gepostetes bild an die berliner zeitung verkauft zu haben (verweis dank der scherzkekse von it&w).

übrigens bleibt meiner meinung nach die frage, ganz unhysterisch: wird das beispiel schule machen? und wenn, wie michael schreibt, vielleicht 2006 alle großen zeitungen weblog-rundschauen betreiben: wer wählt aus, was?

und ist das wirklich so schlimm?

Sorry, aber merkt hier den keiner, dass sich die Bloggerszene mit dieser Diskussion lächerlich macht bis aufs Hemd? Was wollt Ihr eigentlich? Im eigenen Saft vor Euch hin muffeln oder öffentlich wahrgenommen werden? Öffentlich Wirkungen erzielen mit Euren Meinungen oder Selbstbeweihräucherungen im Bloggerturm betreiben? Bloggen war in Deutschland bislang als veröffentlichte Gegenmeinung so unwichtig wie der Gemeindebote von Schwiebelshausen an der Natter. Jetzt schenkt man Euch endlich mal Aufmerksamekeit dann ist es auch wieder nicht recht. Hyperdemokratische unabhänigige ungefilterere Gegenöffentlichkeit möchten einige von Euch sein. Wenn man Euch dann als Medium ernst nimmt und als öffentlich zugängliche Quelle zitiert, jammert Ihr nach Cent-Brosamen um auch ein Stückchen vom vermeintlichen Kuchen abzubekommen. Beweist doch erstmal Eure Wichtigkeit bevor ihr Forderungen stellt! Gutenbergs Urenkel möchtet Ihr sein. Ihr seid nicht mal seine Grosseltern. (mario scheuermann in der großdiskussion)

aber vielleicht kann man das nach dem verschwinden von news mal entspannt in trinkender runde diskutieren.

ein letztes stückchen news für heute

· Mittwoch, 15. September 2004 [W] · 13:17 Uhr ·
abt. für medien

moe hat sich jetzt geäußert und seine motive erläutert; die diskussion geht aber sicher noch weiter...

addendum: auch nico wilfer erklärt sich, und christian spliess ist nur bedingt glücklich damit, zitiert worden zu sein.

und einen haben wir doch noch: werden sich jetzt auch die beschweren, die von der fr zitiert werden? (wahrscheinlich nicht: dies ist ja berichterstattung über ... ich habe mich ja auch nicht über meine nacktmull-publicity beschwert.) (via moe)

developing news

· Mittwoch, 15. September 2004 [W] · 13:01 Uhr ·
abt. für medien

die news-geschichte kocht weiter fleißig, wobei auf den ins wasser gehörenden reis (und damit aufs eigentliche essen) noch ein wenig verzichtet werden muß, weil wohl der entsprechende sack reis in china umgefallen ist, wie auch anderswo berichtet wird.

und weil die hauptdiskussion (jetzt anscheinend mit ersten äußerungen von news selbst) tatsächlich zwischendurch bizarre und gelegentlich hysterische züge annimmt, wandert der blick zurecht gerne auch mal auf (vermeintliche) nebenschauplätze:

alp uçkan macht vorschläge, wie man verhindern kann, überhaupt zitiert zu werden (link via jimmi), und felix denkt über zeitungsqualität nach - ebenso wie übrigens die faz, die trocken konstatiert:

Die stolz präsentierte "Interaktiv"-Seite schließlich, die den Ärger verschiedener Weblog-Schreiber über die hohen Bahnpreise auflistet, ist in etwa so innovativ wie die Leserbriefspalte der "Bild"-Zeitung.

und natürlich auch etwa so gehaltvoll. (zitat via meeplog)

inzwischen haben sich einige der betroffenen (und, hey, der spaß geht weiter! jeden tag gibt es neue betroffene, so auch heute! aufregung garantiert! so viele säcke mit reis gibt's gar nicht!) zu wort gemeldet, nämlich wolf-christian gantert, lino und arne trautmann (seines zeichens selbst anwalt, u.a. für geistiges eigentum, weia, der aber kein bißchen daran denkt, news wegen der zitierten äußerung seiner frau irgendwie zu belangen).

soweit also alles ok und auch ein bißchen ruhiger als im karpfenteich um don alphonso. dennoch sollte vielleicht die grundsätzliche frage nicht aus dem blick geraten: dürfen kommerzielle verwerter weblogs einfach so auswerten, wenn sie nicht über sie berichten? sind blogs eine legitime contentquelle?

die frage ist spätestens dann nicht mehr doof, wenn, wie schon hier geschrieben, eine creative-commons-lizenz betroffen ist, die ausdrücklich kommerzielle nutzung verbietet. das verbietet nicht: verlinken, zitieren usw. aber ob die "presse-/weblogschau" von news darunter fällt, das ist noch offen und wäre zu diskutieren (vgl. diesen kommentar und folgende).

(auch dieses weblog steht im übrigen ab sofort unter einer cc-lizenz.)

und sonst? fabriziert diese diskussion hübsche zitate.

"Linknutten" - das sind Blogger nicht. Eher romantisch veranlagte Linkfreier, wenn man so will. Sie wollen Links, um geliebt, geachtet, anerkannt und verstanden zu werden. Sie wollen die Illusion, dass es um ihrer selbst willen geschieht. Was sie meines Erachtens weniger wollen, ist zu sehen, in was für einem runtergekommenen Content-Stundenhotel sie abgezockt werden. (don alphonso in einem kommentar)

und felix macht "zwei vorschläge zur güte":

für jedes zitat aus einem blogg gibts ein belegexemplar von "NEWS" oder (das kommt aufs gleiche drauf raus) ne scheibe käse.
oder: in einer der nächsten ausgaben bringt "NEWS" eine "blogschau" zum thema "contentklau von kapitalistenschweinen" (mal was kontroverses für die iPoderation).
oder was ganz anderes:
was würde passieren, wenn jemand aus dem tabloid-schrott eine "news"-presseschau ins netz stellen würde? die holtzbrink-juristen würden, wenn sie ihre urheberrechte verletzt sähen, ganz sicher klagen bis es blutet. wer wills probieren? myblog.de/newspresseschau ist noch frei...

blogs in der news

· Dienstag, 14. September 2004 [W] · 14:49 Uhr ·
abt. für medien

also folgendes: da erscheint ab heute die neue billichstzeitung news in frankfurt neu, so ein bißchen welt kompakt, oder, wie es in der pressemitteilung dazu heißt: Täglich. Alles. Kurz und prägnant. also eher doof, billich und oberflächlich.

weil news aber total hip sein will, werden auf seite 13 die meinungen und deinungen von blogger/inne/n zitiert (der text ist zu finden als html oder pdf, sonst auch im dazugehörigen weblog). jetzt aber kocht die bloggeria. nur warum?

nicht nur stammen die blogs, auf die hier verwiesen wird, von den kostenlos-anbietern 20six und myblog, die von seiten der haute volée des blogging in deutschlands wohl eher gering geschätzt werden - was nicht zuletzt an der dort recht hohen zahl von pubertätsblogs liegen mag. nein, wie man einem blogeintrag von nico wilfers entnehmen kann, tritt nicht nur plasticthinking-moe hier als "autor", will sagen: feed-aggregator auf, sondern auch lyssa und herr wilfers selbst.

mithin ist aber gerade mit moe, wie die heftige diskussion in der blogbar zeigt, ein protagonist des eben-gerade-nicht-kapitalistisch-korrumpierbaren bloggers etwas seltsam in erscheinung getreten. zumal zu vermuten ist, daß nicht alle zitierten blogger/innen ihr ausdrückliches einverständnis gegeben haben und zumindest in einem fall der betreffende blogeintrag unter einer creative-commons-lizenz steht, die ausdrücklich attribution - non-commercial - no derivative works sagt.

wobei natürlich mit vorsicht zu genießen ist, wer hier wie am lautesten schreit: verdienen wir nicht alle gern ein bißchen geld mit dem bloggen, wenn's möglich ist? (angebote bitte an die bekannten adressen.)

(ursprünglich via donalphonso)

ökosex

· Freitag, 10. September 2004 [W] · 10:41 Uhr ·
abt. für medien

gerade auf dem titelblatt einer alten ausgabe von ökotest gesehen: dossier: sex, fremdgehen, treue.

darin: fallgeschichten von treue und untreue wie aus der frauen- (und neuerdings auch aus der männer-)zeitschrift. ein bißchen waschküchenpsychologie. eine balkengraphik "die beliebtesten stellungen", und wir lernen: weltweit haben die ungarn am meisten sex. super öko, super test.

meilen gegen den wind

· Montag, 6. September 2004 [W] · 16:14 Uhr ·
abt. für medien

völlig zurecht macht die story "die geschichtenmacher" aus dem gestrigen tagesspiegel zur zeit die runde (mir zugesandt vom stets aufmerksamen, lieben m.). ulrike simon schreibt, wie die bild-"zeitung", und insbesondere das "unterhaltungsressort" unter martin heidemanns, so an ihre stories kommen.

Spricht man mit Prominenten und ihren Managern, mit ehemaligen und aktuellen Kollegen über jenen Mann, der bei "Bild" für das Unterhaltungsressort verantwortlich ist, fallen drei Wörter immer wieder: Anschreien, Drohen, Erpressen.

als beispiele werden erfahrungen von charlotte roche und ursula karven beschrieben, aber natürlich auch die widerliche (und im übrigen imho sexistische und rassistische) hetzkampagne gegen sibel kekilli.

"Journalisten der 'Bild'-Zeitung scheinen darauf trainiert zu werden, jeglichen Ethos abzugeben", sagt Heike-Melba Fendel, Chefin der Kölner Agentur Barbarella.

und bild ist mächtig:

Auch die Prominenten, die Opfer von "Bild"-Recherchen und Berichten wurden, erzählen auf Anfrage zwar, wie es ihnen ergangen ist. Zitiert werden wollen sie nicht. Sie haben Angst. Angst, dass sie den mit "Bild" hart erkämpften Waffenstillstand brechen würden und alles wieder von vorn beginnt.

aber es geht noch weiter: wie etwa johannes b. kerner und reinhold beckmann mit drin stecken in dem schmutzigen spiel. lesebefehl!, auch wenn die ganze scheiße nur stinkt.

(auch das bildblog äußert sich zu dem artikel, und in den kommentaren zu ix' beitrag findet sich noch der eine oder andere link.)

addendum: plomlompom hat noch den link zu einer faz-story mit mehr details über das verhältnis von stefan raab und max zur bild.

outside (of) the brain of a serial copier

· Montag, 6. September 2004 [W] · 15:53 Uhr ·
abt. für medien

der illustrations-sonderpreis dieser woche geht an spiegel online für einen artikel zur psychischen verfaßtheit des gemeinen raubkopierers (und der gemeinen raubkopiererin), beschrieben vom institut für strategieentwicklung der uni witten:

040906_spiegel_hirnmodell.jpg
screenshot von spiegel.de

goldmedaille in sportart hirntod

· Donnerstag, 19. August 2004 [W] · 11:45 Uhr ·
abt. für gender trouble , abt. für medien

ich will weder dem frischen bildblog noch der post an wagner (die sich auch schon aufgeregt hat) arbeit wegnehmen; doch auf seite 3 meiner zweitliebsten tageszeitung fand sich etwas, daß ich unüberprüft wieder mal kaum glauben wollte, doch tatsächlich:

da schreibt franz-josef wagner wieder mal an franziska van almsick, wenn sie olympia-gold gewänne, dürfe sie ihm eine kleben. als könne er die bedingungen dafür definieren und dikitieren, unter denen frau van almsick ihm gegenüber nachsicht für sein "van speck/molch"-gefasel üben müsse:

Dann aber sollte alles vergessen sein, was unsere Beziehung seit Sydney verdunkelte... Wie Sie als Verliererin und, wie ich mir einbildete, übergewichtig aus dem Becken krochen und ich damals schrieb: "Franzi van Speck, als Molch holt man kein Gold."

um sich dann sabbernd für die "ungebändigte frau" zu begeistern, deren platz in der gesellschaft, deren fraulichkeit, oder wie auch immer f.j.w. das nennen würde, ganz flugs wieder in ordnung gebracht, das heißt in die patriarchale ordnung, eingefügt wird:

Seltsamerweise mag ich Ihre Aggression, sie ist wunderbar wild. Sie gleicht einem Tigerbaby, das man nicht zähmen kann. Sie sind eine ungebändigte Frau, die sich nichts gefallen lässt. Keinen Spott, keinen Hohn.
Ich wünsche mir, dass Ihre Goldmedaille morgen im Schwimmstadion von Athen eine Ohrfeige wird für alle, die an Ihnen zweifelten. Wenn es Silber, Bronze oder vierter Platz wird, wünsche ich Ihnen viele Babys, die wahren Goldmedaillen einer Frau.

die wahren goldmedaillen? lieber herr wagner, es stellt sich schon die frage, ob sie nicht einen gehörigen sprung in der schüssel haben, einen in der krone oder doch einfach nur ein problem mit frauen und reproduktion.

(ihr fünfter platz, darauf weist dann holger gertz in der sz heute hin, berechtigt nach franz-josef wagners vorgabe [...] nicht einmal zu dem empfang von babys. was jetzt, wagner?)

firmennamen, alphabetisch?

· Donnerstag, 19. August 2004 [W] · 10:51 Uhr ·
abt. für medien

gestern kam mir der gedanke, daß sich spiegel online des ideen- und textklaus wahrscheinlich am leichtesten überführen ließe, wenn man noch flugs einen fehler in die wikipedia-liste von firmennamen-etymologien einschleusen könnte, der dann vielleicht auch bei spiegel onlines serie "geheimnisvolle firmennamen" auftauchen müßte. aber natürlich wäre es für dergleichen schon zu spät.

hübscherweise gibt es allerdings in der wikipedia einen solchen fehler schon, nämlich in der alphabetischen sortierung der einträge: lonsdale steht dort vor lego.

081119_screen_wikipedia_lonsdale_lego.jpg

und wie es der zufall will, sind auch in der spiegel online-serie die beiden markennamen in der falschen reihenfolge aufgeführt. seltsam, nicht?

spiegel online? quellen angeben? pfft.

· Dienstag, 17. August 2004 [W] · 10:58 Uhr ·
abt. für medien

journalismus in zeiten des internets. immer wieder gern gesehen sind ja die quellenangaben à la quelle: internet, mit der ja automatisch auch alle copyright-entgelte erledigt sind. nicht?

spiegel online spart sich auf diese weise auch recherche. das heute erschienene bedeutungs-abc: warum firmen heißen, wie sie heißen besteht im wesentlichen, und ohne quellenangabe, aus der list of company name etymologies der wikipedia. nota bene: spiegel online bringt nur firmen, die auch in der wikipedia stehen, schreibt noch ein bißchen allgemein zugängliches wissen auf und publiziert das ganze unter © spiegel online 2004. keine quellenangabe, also kein verweis auf die wikipedia oder die gnu free documentation license.

und nicht nur der inhalt ist fremdcontent, auch die idee ist aus der blogosphäre gefischt; etwa von kottke. billisch.

addendum 19. august 2004: noch ein paar worte dazu.

schreib! mich! alt!

· Freitag, 6. August 2004 [W] · 11:41 Uhr ·
abt. für medien

die großen lassen in seltsamer allianz die rechtschreibmuskel spielen:

spiegel-verlag und axel springer ag kehren zur klassischen rechtschreibung zurück

Hintergrund der Initiative ist die mangelnde Akzeptanz und die zunehmende Verunsicherung bezüglich des vorgegebenen Regelwerks für die deutsche Schriftsprache. Nach fünf Jahren praktischer Erprobung in den Druckmedien und sechs Jahren in den Schulen hat die Reform weder für professionell Schreibende noch für Schüler Erleichterung oder Vereinfachung gebracht. Im Gegenteil: Die Verunsicherung wächst, Vermischungen von alter und neuer Rechtschreibung sind an der Tagesordnung. Wer vor der Reform sicher schreiben konnte, macht heute Fehler. Eltern benutzen eine andere Orthographie als Kinder. Lehrer sind zutiefst verunsichert.

das klingt ein wenig so, als habe man den artikel der sensationsredaktion überlassen: verunsicherte lehrer ziehen ziellos durch die straßen und bleiben gelegentlich weinend an straßenecken stehen. traurig, das.

Aust und Döpfner stellen fest: "Sechs Jahre nach Einführung der neuen Rechtschreibung müssen wir alle ein erschreckendes Fazit ziehen. In der täglichen Erprobung ist die Reform gescheitert. Die Situation verschlimmert sich, die Konfusion wird größer. Uns kann es als Verlage nicht gleichgültig sein, wenn Schreib- und Lesefähigkeit und damit die Sprachfähigkeit in diesem Land abnehmen. Aus Verantwortung für die nachfolgenden Generationen empfehlen wir auch anderen die Beendigung der staatlich verordneten Legasthenie und die Rückkehr zur klassischen deutschen Rechtschreibung."

"staatlich verordnete legasthenie": das ist nicht nur kampagnenjournalismus, das ist sommerloch at its schärfest. wenn wir eh schon dabei sind, auf der regierung rumzuhacken, machen wir's auch per rechtschreibung. pffft. wiederum bemerkenswert, daß hier der spiegel (die closet-reaktionäre der deutschen presse) und axel springer hand in hand in eine neue, bessere vergangenheit ziehen.

hier wird übrigens sowieso alt geschrieben, klein und gelegentlich ein wenig neu, wenn's mir paßt bzw. gefällt. ich bin halt zutiefst verunsichert. ihr findet mich weinend in der bibliothek.

addendum: Was kommt jetzt? ALDI meldet: "Wir nehmen nur noch D-Mark"?

opfer/bild

· Mittwoch, 4. August 2004 [W] · 10:08 Uhr ·
abt. für medien

hier sprechen die opfer:

Ein Hütchenspieler klaute ihr im Gewühl die "Geldbörse" aus dem "Höschen".
[...]
Nur gut, dass der "Mallorca-Inspektor" von "Bild" vor Ort war, um ihr die restlichen Kleider vom Leib zu reißen und sie zu fotografieren. Als mahnendes Beispiel.

(via plural.istisch)

die freiheit des mannes und der fußball

· Dienstag, 29. Juni 2004 [W] · 11:33 Uhr ·
abt. für gender trouble , abt. für medien

liebe männer, liebe nationalelf-total-geil, liebe fuzzis von der spiegel online-redaktion!

euch hat ja wohl jemand das hirn vernebelt:
040629_spon_hitzfeld.jpg
screenshot von spiegel.de

wenn herr hitzfeld, wie ihr im dann folgenden artikel auch schreibt, mit seiner familie und vor allem seiner partnerin sprechen will, bevor er sich auf die nächsten jahre für einen neuen job verpflichtet, daran kann man, mit verlaub, nichts schlechtes finden; daß aber frau hitzfeld ihn "freigebe", klingt ja nun nicht nur ein bißchen so, als habe sie ihn vorher in ketten gelegt und eingekerkert, irgendwo in den finstern kerkern ihrer gruseligen burg in den tiefen bergen von transsylvanien...

liebe sportredakteure, es bleibt nur die hoffnung, daß eure partner/innen euch mal für ein paar tage an die kette legen.

baptist

· Freitag, 25. Juni 2004 [W] · 00:25 Uhr ·
abt. für medien

übrigens ist johannes b. kerner auch als sportmoderator durchaus überbezahlt.

journalism at its best

· Donnerstag, 24. Juni 2004 [W] · 21:34 Uhr ·
abt. für medien

040624_anschlagserie.jpg
von spiegel.de

diese analytische schärfe!

ich faß es nicht

· Donnerstag, 24. Juni 2004 [W] · 20:01 Uhr ·
abt. für medien

ruuuuudi ist nicht nur die erste meldung in der tagesschau (ist sonst nix nennenswertes passiert?), diese nachricht kriegt auch ernsthaft noch einen eigenen brennpunkt zur besten sendezeit.

addendum: und alle dummen politiker/innen und schauspieler/innen (ulrike folkerts! von der ist man doch solche niveau-senkungen sonst nicht gewohnt!) geben ihren senf dazu. und ede stoiber, unser aller fußballspezialist, hat, gewagt! gewagt!, die ungewöhnliche idee, ausgerechnet ottmar hitzfeld zum neuen bundestrainer zu machen. weia.

wochenbeste

· Dienstag, 8. Juni 2004 [W] · 16:14 Uhr ·
abt. für medien

diese woche bei maischberger (Erstsendung Dienstag bis Freitag um 17.15 Uhr):

- Dienstag, 08. Juni 2004: Zu Gast: Jean Pütz, Wissenschaftsjournalist
- Mittwoch, 09. Juni 2004: Zu Gast: Christoph Matschie, SPD, Thüringens Spitzenkandidat
- Donnerstag, 10. Juni 2004: Zu Gast: Toni Schumacher, Torwart-Legende
- Freitag, 11. Juni 2004: Maischberger kompakt - Die besten Gespräche der Woche: Jean Pütz, Wissenschaftsjournalist - Christoph Matschie, SPD, Thüringens Spitzenkandidat - Toni Schumacher, Torwart-Legende

andere als beste gespräche führt frau maischberger natürlich nicht.

fakten ficken

· Freitag, 4. Juni 2004 [W] · 13:26 Uhr ·
abt. für medien , abt. für so 36

focus-tv übte bei einem bericht über den 1. mai in kreuzberg das fakten schaffen (via polarluft), indem bilder aus den vergangenen jahren dazwischengeschnitten wurden. denkwürdig war an jenem tag ja auch, wie bei einem der vollzeit-nachrichtensender (n-tv oder n24, ich schmeiße die immer durcheinander - einer von denen zeigt auch immer wieder hurrapatriotisch-amerikanische "dokumentationen" über die neueste waffentechnik der us-streitkräfte --- aber ich schweife ab) die dame im studio schon ganz hysterisch das chaos und noch mehr chaos beschwörte, um schließlich nach kreuzberg zu schalten.

dort stand auf dem mariannenplatz hier um die ecke inmitten friedlicher menschen ganz entspannt der journalist vor ort und versuchte ihr ziemlich vergeblich zu erklären, daß gar nichts, aber auch wirklich gar nichts passierte, außer daß friedliche menschen feierten. die anchorwoman war nicht wirklich überzeugt davon und hakte nach und nach, machte sich aber nur lächerlich dabei.

zwei stunden später war dann wirklich ein bißchen randale. aber eben keine brennenden autos in kreuzberg.

wurmbefall

· Donnerstag, 3. Juni 2004 [W] · 20:57 Uhr ·
abt. für medien

so etwas kann passieren, wenn ganz viele layouter dringend nach einer visualisierung des wurm-problems schreien. courtesy of your friendly deutsche presseagentur. weia.

webspace - the last frontier

· Dienstag, 1. Juni 2004 [W] · 17:18 Uhr ·
abt. für medien

lieber suhrkamp-verlag,

du bist mein freund. deine bücher füllen meine regale auf mehreren metern, sie säumen die jahre meines studiums wie straßenlaternen den heimweg nach durchzechten nächten: manch eine möchte man umarmen, manche aus dankbarkeit für's gespendete licht, manche einfach nur aus zuneigung für alles, was herumsteht und halt bietet.

screen_suhrkamp2.jpgdu hast, alas, immer noch mühe auf dem weg ins 21. jahrhundert. der "homepage"-link auf der sitemap deines webauftritts, der reichlich seltsam positioniert ist, er führt ins leere, nirvana, never- und nowhereland: 404 resource not found; und, seien wir mal ehrlich, die sitemap will zum restlichen aussehen deiner seite nicht so recht passen (aber was paßt da schon?).

und ach! deine dropdown-schnellauswahl führt bei jedem klick zu einer warnung: die url ist ungültig und kann nicht geladen werden. macht aber auch nix, schließlich ist die mittlere spalte mit all den hübschen teilverlagen nicht ganz sichtbar - weiß der geier, was da ganz unten noch steht. oder liegt's vielleicht nur an meinem weitgehend standardkonformen browser? sieht jedenfalls nicht gut aus.

das alles wollte ich deinem webdesigner gerne sagen. leider hatte er keine e-mail-adresse.

deine bücher sind trotzdem toll. hab schon wieder eins auf meiner einkaufsliste.

würdig und recht

· Freitag, 28. Mai 2004 [W] · 14:55 Uhr ·
abt. für medien

das finde ich auch ziemlich erstaunlich, zumal ich gar nicht auf den gedanken gekommen wäre, arabella kiesbauer oder anke engelke nun gerade nach der glaubwürdigkeit zu bewerten. und interessant? weiß nicht. sehe die alle viel zu selten.

generation golf

· Donnerstag, 27. Mai 2004 [W] · 12:19 Uhr ·
abt. für medien

0405_sz_golfspielen.jpgso krisig, wie die zeiten vorgeblich sind, zumal bei den printmedien, sollte eigentlich kein raum sein für alberne magazine. aber heute berichtet die sz über diverse auto-magazine, die neu auf den markt schlurfen (und darüber, daß die auflage aller autozeitschriften fast an jene der frauenzeitschriften heranreicht - auweia!), und gestern gab's als richtig dicke beilage "golf spielen". erscheint mir irgendwie als eine der sinnfreieren formen, abonnenten zu vergrätzen.

wer liest denn dergleichen? wieviele golfspielerinnen lesen wirklich die sz? etc. fragen über fragen.

finster, nicht spät

· Dienstag, 18. Mai 2004 [W] · 00:30 Uhr ·
abt. für medien

es war schier nicht auszuhalten, wie nervös frau engelke war, die scherze fielen schwer zu boden wie zu trockener teig. hr. pastewka versuchte sein bestes, die stimmung zu retten, was aber nur dazu führte, daß a.e. die sendung immer mehr entglitt. als dann sting sich auf das sofa setzte und einen gesichtszug um die mundwinkel trug, den ich nur von robin williams kenne, wenn er einen verhärmten menschen zu spielen versucht, da konnte ich nicht mehr. schlicht nicht zu ertragen.

sagt mir bescheid, falls es irgendwann besser wird. die frau soll sich mal ein bißchen entspannen.

die nacht der weißen männer

· Sonntag, 16. Mai 2004 [W] · 13:02 Uhr ·
abt. für medien

eurovision geguckt; es war ein eher mühsamer zusehen (allerdings in sehr angenehmem und unterhaltsammem kreise). irritierend war die starke übermacht von auf schick geschmierten männern in weißen jacketts (oder sonstwie in weiß). irgendwie wurden alle zu vergeblichen latin lovers.

als dem lieben max, talent hat er ja, an der entscheidenden stelle die stimme wegkippte (und er in den wenigen momenten, da er die augen öffnete, eigentlich nur ängstlich und verschreckt guckte), da wußte la s*** schon, es würde nix mit platz eins.

der fas ihre ikonographie

· Montag, 10. Mai 2004 [W] · 12:36 Uhr ·
abt. für medien

die fas spielt mit design und werbung, behauptet boing boing (kann das jemand bestätigen? irgendwelche fas-leserinnen hier?):

040510_fasz.jpg

das spielt natürlich mit der ipod-werbung (und irgendwie auch mit dem bereits erwähnten igod).

meine erste reaktion war, das "gar nicht gut" zu finden, unpassend, weil verharmlosend; inzwischen denke ich - das moralische kurz wegblendend - daß es wiederum nicht eben wenig treffend ist.

die fas-graphik zeigt, daß das ursprüngliche photo (achtung, ekel), das die militärpolizistin lynndie england (vgl. sz-artikel) zeigt, schon innerhalb weniger tage derart in unser kollektives bildgedächtnis eingegangen ist, daß ihre umrisse schon genügen. von null auf ikone in einer woche: auch nicht schlecht; die gründe dafür sind allerdings unverändert schlichtweg zum kotzen.

(und, das am rande, daß sie jetzt auch angeklagt wurde, ist kein grund zur hoffnung oder zur besserung. eher könnte ein rascher prozeß dazu führen, daß die strukturelle, d.h. organisierte folterung durch us-amerikanisches militär und geheimdienste weiter im dunkeln bleibt. aber das ist ja keine originelle feststellung.)

"dickmops" und dicke möpse

· Donnerstag, 6. Mai 2004 [W] · 16:05 Uhr ·
abt. für gender trouble , abt. für medien

spiegel online übt sich wieder mal im gewichtssexismus bzw. reproduziert, so gut es nur gut, den, den sie selbst nur finden (selbergemacht wird ja nichts bei s.o., nur wiedergekäut, aber das ist eine andere tirade). weil verona feldbusch jetzt mutter geworden ist und seitdem acht kilo mehr auf ihrem unterernährten körper hat, meint sie mit ihrem verqueren körperbild der bildzeitung sagen zu können: "Ich bin jetzt ein Dickmops und bekenne mich dazu".

is klar. dazu wird eine alte pseudomeldung ausgegraben nebst einer "fotostrecke", die so dickmöpse wie liv tyler, laetitia casta und shakira zeigt - mit möglichst wenig bekleidung natürlich, damit man die "rundungen" auch sehen kann. "zum thema" gibt's dann noch einen link auf den artikel Fettleibigkeit: Warum Diäten nicht funktionieren

an manchen tagen nervt s.o. mehr als an anderen.

folter?

· Dienstag, 4. Mai 2004 [W] · 14:39 Uhr ·
abt. für medien

folter, folter, folter. anscheinend muß das einmal deutlich gesagt werden.

und wen irgendetwas davon wundert, die oder der hat noch nicht darüber nachgedacht, was menschen im krieg zu tun jeden tag gezwungen werden; was soldatinnen jeden tag tun.

</tirade>

bravo, sasser!

· Montag, 3. Mai 2004 [W] · 23:29 Uhr ·
abt. für medien

hast es bis in die tagesschau geschafft.

screen_sasser.jpg
screenshot von tagesschau.de

dort hat man dir allerdings ein wenig unrecht getan - der rechner bleibe virenfrei, wenn in den letzten 18 tagen "das antivirenprogramm heruntergeladen wurde" - schön wär's! zum einen, gäbe es das antivirenprogramm gegen alles, von schnupfen bis heiserkeit. zum anderen, wäre es nur wahr: es brauchte ja die schon langweilig vielen security-updates, bzw. vor allem die von vor zwei wochen.

wurscht ist das vermutlich all jenen, deren rechner jetzt nix mehr macht; deshalb hier ein bißchen dienstleistung: heise online weiß bescheid und verrät auch alles wichtige.

nota bene im nachhinein und für die zukunft: Der Wurm verbreitet sich nicht über E-Mail-Nachrichten. Computer mit der genannten Sicherheitslücke werden infiziert, wenn Sie Verbindung zum Internet haben. Sasser benötigt keine Aktion des Anwenders!

"die bild-zeitung übt sich in satire" ...

· Mittwoch, 7. April 2004 [W] · 16:53 Uhr ·
abt. für medien

... schreibt der liebe m. er hat, wie stets, recht: ein wenig übung würde der redaktion noch gut tun. die leserinnen werden sicherheitshalber vorgewarnt:

040407_bildzeitung_kopf.jpg
screenshot von bild.t-online.de

eine titelseite also voll mit verlogenen kanzlerlobhudeleien - das läuft bei bild schon als originell. currywurst verhindert graue haare ist da noch das beste.

auch mit der selbstironie ist es nicht so weit her, wie das gewinner/verlierer bildchen nebst dazugehörigem text zeigt.

040407_bildzeitung_updown.jpg
screenshot von bild.t-online.de

gewinner
ganz weiter karrieresprung für kanzler-gattin doris schröder-köpf (40). die sympathische augsburgerin übernimmt mit sofortiger wirkung die chefredaktion von bild. dort wird sie sehr viele alte und gute bekannte wieder treffen: im bonner bild-büro galt die gelernte journalistin ("focus", "express") einst als hoffnungsvolles nachwuchstalent. bild meint: welcome back!
verlierer
kai diekmann (39), ex-bild-chef, kriegt auch nach seiner amtszeit als chefredakteur der größten zeitung europas keine minute gespräch mit kanzler gerhard schröder. und im regierungs-jet ist er natürlich auch auf lebenszeit von der passagierliste gestrichen. bild meint: geschieht ihm recht!

von wegen bissigkeit: den verweis auf die größte zeitung europas mag man sich nicht verkneifen, und mit seinem chef geht man ja auch nicht zu rüde um. die bissigkeit wie die witzischkeit der bild-zeitung gehörten schon immer eher in die kategorie kläffender, sabbernder köter.

wind, spiegel, streit

· Dienstag, 6. April 2004 [W] · 20:02 Uhr ·
abt. für medien

der hier bereits aufgenommene streit um den windenergie-titel des spiegel setzt sich fort. ex-spiegel-redakteur harald schumann hat jetzt einen artikel zum thema, den er im oktober verfaßt hatte, in der netzeitung veröffentlicht. er will sich damit gegen den, ach schöne deutsche idiomatik, vorwurf mangelnder professionalität wehren: die interessierten leser und kollegen können sich selbst ein bild von der qualität unserer arbeit machen, wenn ihnen die entsprechenden texte zugänglich sind. d.h., wenn sie sachkundig wären könnten sie. (via papier-sz von heute)

mel or monty?

· Sonntag, 4. April 2004 [W] · 15:24 Uhr ·
abt. für medien

besteht auch für deutschland noch hoffnung? aber bitte auf englisch. (via environmental massochists r' us)

tschernobyl auf dem weg durch die medien

· Freitag, 2. April 2004 [W] · 11:45 Uhr ·
abt. für medien

ein etwas seltsames gefühl beschleicht einen schon, wenn man das so sieht... gestern taucht, ganz unernst, dieser link im newsticker von titanic auf (nebst zweier anderer) - eine photographierte und kommentierte reise durch tschernobyl et environs.

heute aber berichten spiegel online und telepolis über die website, ohne irgendwie zu erkennen zu geben, wie sie darauf gestoßen sind (es wäre nicht das erste mal, daß das mit links von der titanic-homepage passiert).

vielleicht kommt mir das nur so seltsam vor, weil es in blogs üblich ist, seine quelle auszuweisen, und weil diese art der berichterstattung über "webseiten, über die ich übrigens auch noch gestolpert bin" im grunde übers reine linkbloggen nicht hinausgeht. andererseits, wer weiß schon, aus welchem blog die titanicer den link abgeschrieben haben.

addendum: spur zurück: am 6. märz ist die seite schon beim geist in der suchmaschine aufgetaucht.

spieglein, spieglein

· Mittwoch, 31. März 2004 [W] · 16:48 Uhr ·
abt. für medien

die netzeitung berichtet von einer kündigung beim spiegel. harald schumann ist gegangen, und laut netzeitung sei eine mischung aus autoritärem führungsstil und eingrenzung der themenvielfalt festzustellen, es gehe um die innere pressefreiheit. whatever that may be.

letztlich auslöser für die kündigung sei, so ist zu lesen, die aktuelle titelstory zur windenergie gewesen, die schumann als desinformation und propaganda bezeichnet habe. wofür einiges spricht.

simple life

· Donnerstag, 25. März 2004 [W] · 23:52 Uhr ·
abt. für medien

das einfache leben ist mir nun gestern irgendwie entgangen, wohl weil ich wirklich, wirklich bessere dinge zu tun hatte. unterhaltsamerer ersatz war vermutlich eh, auf der zugfahrt von dresden genossen, andré mielkes artikel zu dem ganzen auftrieb, in dem etwa zu lesen war, paris hilton sei "schon kraft ihres kontoauszugs eine person der zeitgeschichte", und schließlich:

um zu belegen, wie sehr es dem amerikanischen publikum gefallen habe, wird gern hervorgehoben, dass mehr zuschauer "simple life" sehen wollten als die zeitgleiche ansprache ihres präsidenten zur ergreifung von saddam hussein. dieser vergleich ist nur fair. herr bush und frau hilton chargieren im selbem segment. semantisch sowieso.

ab 14. april muß man rechtzeitig daran denken, nach alias, dessen zweite staffel dann abends zu sehen sein wird, abzuschalten. nicht, daß man aus versehen ins semantische hintertreffen gerät.

csi

· Mittwoch, 3. März 2004 [W] · 18:02 Uhr ·
abt. für medien

inzwischen weiß ich auch nicht mehr so recht, warum ich csi eigentlich ziemlich gut finde. habe es ein paar mal mit s* zusammen angesehen, und sie macht sich immer so gerne über die dialoge lustig. vielleicht ist aber die zweite staffel auch wirklich schlechter als die erste. egal.

jedenfalls: wird anscheinend neben csi und csi: miami jetzt noch ein weiterer ableger geplant. sagt heather havrilesky und fragt: is this an investigative drama or a screwball comedy?

heck, probably both.

your tv is insulting you

· Samstag, 28. Februar 2004 [W] · 20:05 Uhr ·
abt. für medien

just in case you didn't notice, here's some guidance.

etwas zuviel hasch in der zu heißen schokolade

· Donnerstag, 12. Februar 2004 [W] · 22:12 Uhr ·
abt. für medien

hatte wohl auch der spiegel-online-redakteur jochen leffers, als er den teaser zu seinem jüngsten drogen-enthüllungsartikel verfaßte: über die "geheimnisvolle Verbindung zwischen Haschisch, Schokolade und Schulen". geheimnisvolle verbindung?

spiegel_hasch.jpg
Screenshot von spiegel.de

comeback

· Mittwoch, 4. Februar 2004 [W] · 18:41 Uhr ·
abt. für medien

ich schaue zu wenig fern. oder wenigstens weniger als früher, und das ist wahrscheinlich eine gute sache.
eher zufällig habe ich gerade im begriff des zappens erfahren, daß es ab nächster woche auf pro 7 die sendung comeback geben soll. ex-stars wie limahl (hey, ein idol meiner jugend! *hüstel*) und so dürfen sich rauswählen lassen, nur wer drin bleibt, bekommt sein comeback.
mußten alle anderen schwören, nie wieder zu singen, und alle zuschauerInnen müssen die platten kaufen, die pro 7 uns sagt? ich verstehe nicht ganz, wie das funktionieren soll...
abgesehen davon, daß das "ich bin ein star, holt mich hier raus"-prinzip nun wirklich die seltsamsten blüten treibt. johnny rottet ja auch schon vor sich hin...

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