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rochuswolff.de
[i:rrhoblog] : bücher

bücherstapelstöckchen

· Dienstag, 17. Mai 2005 [W] · 14:11 Uhr ·
abt. für bücher

herr abundant wirft mir ein stöckchen zu, das will ich einfangen (und dann weiterwerfen).

bücher also, vielleicht nicht das originellste thema für ein bloggerinnenstöckchen, aber ein lehrreiches. anregend auch. und überhaupt.

1. you're stuck inside fahrenheit 451, which book do you want to be?

klare sache: matt ruff, fool on the hill. das dürfte für menschen, die mich kennen, so wenig überraschend sein, daß sie jetzt schon eingeschlafen sind.

reinemachen

· Mittwoch, 9. März 2005 [W] · 16:41 Uhr ·
abt. für bücher , abt. für film

heute habe ich bergeweise papier durchforstet und das meiste unbesehen in den müll geworfen; more to come. als obsessiver informationssammler horte ich allzu leicht stapelweise zeitungen, ausdrucke, artikel, hastenichtgesehen. das ist heute alles gen müll gewandert, nur wenig auserwähltes überlebte diesen purgatorischen anfall, und leider bislang alle uni-unterlagen. next stop: diesen krempel auch noch ausmisten.

ein paar zettel liegen jetzt aber noch neben mir, auf die ich für mich und andere noch einmal verweisen wollte, bevor sie den weg alles zellstoffigen gehen, denn sie sind allemal einen blick oder zwei wert. so fand ich einen ausdruck dieses schönen textes von christian bartel aus dem hanebüchlein, den mir seinerzeit der liebe m. empfohlen und ausgedruckt hatte.

auch viel mir ein artikel zur berliner literaturzeitschrift lauter niemand, die mit durchaus illustren namen aufwarten kann. ich habe eine recht amüsierte erinnerung an eine lesung im eschschloraque mit antje rávic strubel, aber das ist anscheinend auch schon wieder drei jahre her...

noch ein wenig literarisches: dieser artikel bei salon.com (von 2001, zugegeben) befaßt sich mit dem verschwinden der buchrezension aus der großen öffentlichkeit und den ganz gewöhnlichen zeitungen, und hier geht es um die literarische und künstlerische moderne mit ihren manifesten und ihrem sonstigen kampfgeschrei.

The wild manifestos of modernism reveal the splendors and stupidities of the last moment when art mattered enough to hate.

zum abschluß sei noch auf zwei filme verwiesen: zum einen und besonders maelström mit der phantastischen marie-josée croze, den ich vor vier jahren auf der berlinale sehen konnte und der es leider nie in die deutschen kinos geschafft hat - er lief vor ewigen zeiten einmal in irgendeinem dritten programm, das war's auch schon. ein fisch erzählt und stirbt.

zum anderen möchte ich noch auf the craft hinweisen, den ich zwar nicht gesehen habe, der aber von stephanie zacharek positiv besprochen wurde - was meist schon gutes verheißt. auf jeden fall kann ich den ausdruck jetzt wegschmeissen.

vielen dank für ihre aufmerksamkeit.

alles gut

· Dienstag, 15. Februar 2005 [W] · 18:26 Uhr ·
abt. für bücher

stephan maus freut sich heute in der sz (bislang nur auf totem holz) über den neuen roman von sibylle berg, ende gut. ich mochte die frau ja bisher nicht, aber nach maus' begeisterter eloge werde ich mir den band vielleicht doch einmal ansehen.

Sibylle Berg ist eine der wenigen deutschsprachigen Autoren, für die es sich noch lohnt, eine Buchhandlung zu überfallen. Es ist, als hätte sich Michel Houellebecq einer Geschlechtsumwandlung unterzogen und endlich schreiben gelernt. Berg hat ein ganz spezielles Genre des luziden epischen Amoklaufes entwickelt [...].
Unbeholfene Autorendarsteller wie Maxim Biller markieren immer mal wieder den wilden Mann. Aber keine Angst: Die wollen nur spielen. Sibylle Berg dagegen macht Ernst.

und das ist nur der schluß des artikels.

sophie dannenberg/joachim bessing

· Sonntag, 19. September 2004 [W] · 13:12 Uhr ·
abt. für bücher

diese behauptung (via rebellmarkt), joachim bessing stecke hinter dem pseudonym sophie dannenberg, ist vermutlich einfach dünnsinn. jedenfalls ist bekannt, daß der name ein pseudonym ist, was "frau dannenberg" übrigens nicht daran hindert, dem literaturfestival (und ihrem verlag auch) ein photo von sich zur verfügung zu stellen. und wer's immer noch nicht glaubt, kann ja gerne am 29. september um 19 uhr ins café einstein kommen, wo sie sich mit tilman krause über ihr buch unterhalten will. (eine kleine übersicht über besprechungen gibt's beim perlentaucher.)

bachblütentherapie oder so

· Donnerstag, 24. Juni 2004 [W] · 11:31 Uhr ·
abt. für bücher

herrje, ist mir wieder mal ganz durchgerutscht, daß diese tage jetzt auch schon wieder angefangen haben. immer auf 3sat, 8.55 bis 13 und 15 bis 18 uhr. infos zu den autor/inn/en finden sich hier, der zeitplan steht natürlich auch schon fest. happy reading!

nicht so gut

· Donnerstag, 15. April 2004 [W] · 21:38 Uhr ·
abt. für bücher

auch wenn's das, worüber man schreibt, wirklich gab (und welche rolle spielt's? keine. vielleicht wird es irgendwann einmal auch einen nazibäckerroman geben, weil der nazi doch auch brot gebacken hat. [praschl, via mutant]) - sich so zu präsentieren macht doch auch eher dumm: thor kunkel - vom enfant terrible zum visionären erzähler.

heldenhaft auch: für "endstufe" stellte kunkel ausgiebige recherchen an, verfolgte die spur tatsächlich existenter nazi-pornos (der sogenannten sachsenwald-filme) nach schweden, nordafrika und in ein deutsches altersheim. filme will er jetzt auch noch machen, um damit deutschland wieder auf die landkarte der filmwelt zu setzen. echt radikal, auch mit knarre und so.

por-no-gra-phie

· Donnerstag, 15. April 2004 [W] · 12:18 Uhr ·
abt. für bücher

und zurückgerudert: ich bin auch recht leichtgläubig, wie meine vorhergehende nachricht jetzt zu zeigen scheint: nach des tagesspiegels marius meller stammen die sachsenwald-pornos sehr wohl aus der nazizeit.

jedenfalls zitiert meller aus dem brief eines rentners, der schreibt:
hiermit bestätige ich ihnen, dass mir im winter 1945/46 anlässlich einer privaten veranstaltung in stuttgart von verschiedenen herren von filmen pornographischen inhalts erzählt wurde, darunter der 'fallensteller' und 'frühlingserwachen im sachsenwald'. es soll sich um von der ss bzw. wehrmacht erstellte streifen handeln, die zum tausch und zur bestechung bei schwedischen personen dienten.

was sich alles ein bißchen nach hörensagenweitersagen anhört, aber thor kunkel selbst kann auch noch aufwarten:
schließlich habe er vor einiger zeit eine darstellerin der mutmaßlichen nazi-pornos im altersheim quickborn bei hamburg besucht. der alten dame sei das heute peinlich. aber ausgedacht habe sie sich die sache bestimmt nicht. im übrigen sei er romanschriftsteller und kein porno-wissenschaftler.

als die nazis keine pornos drehten ...

· Mittwoch, 14. April 2004 [W] · 17:06 Uhr ·
abt. für bücher

... war thor kunkel zwar auch noch nicht geboren, aber ob das so richtig als erklärung ausreichen mag? wer weiß. jedenfalls stammen die von kunkel beschworenen filmchen aus den 50er jahren. mal sehen, was jetzt passiert im rahmen der nazi porno picture show.

büchermarkt

· Dienstag, 13. April 2004 [W] · 17:10 Uhr ·
abt. für bücher

sehr schön, und mir vom lieben a. empfohlen, ist booklooker.de: gar nicht faul bücher kaufen und verkaufen, was das zeug hält. keine einstellgebühren und gemäßigte 8% provision (fällig vom verkäufer, bien sûr), wenn wirklich etwas verkauft wird - und mittlerweile gibt's ein ganz hübsches angebot mit auch ungewöhnlicheren büchern. wer mir gerne etwas abkaufen möchte, bitteschön: auch ich räume gelegentlich ein paar schätze aus meinem regal.

et altera pars

· Donnerstag, 4. März 2004 [W] · 10:23 Uhr ·
abt. für bücher

neben herrn lütgers kann und sollte man in der heutigen taz auch herrn reemtsmas meinung hören bzw. lesen. wobei der verweis auf arno schmidt etwas altbacken daherkommt, aber naja.

adornoz textz

· Montag, 1. März 2004 [W] · 20:50 Uhr ·
abt. für bücher

textz.com gibt es ja schon eine weile, aber jetzt hat er ärger mit herrn reemtsma, den ich bislang für recht sympathisch hielt. nun hat dieser formal recht, aber es gibt doch noch einiges zu bedenken, zum beispiel das von marcus hammerschmitt gesagte sowie das von ihm verlinkte.

jedenfalls sei sebastian lütgerts seite auch gehört, zumal man das mit einem schönen banner tun kann:
banner.gif
und dann, wenn man seine position zumindest nicht ganz unbegründet findet, dies auch finanziell ausdrücken.

walser, suhrkamp, rowohlt, rhabarber

· Samstag, 28. Februar 2004 [W] · 19:57 Uhr ·
abt. für bücher

martin walser verläßt suhrkamp. das ist den beobachterinnen der literaturszene jetzt kaum ein zucken der augenbrauen wert, eher war es lange schon erwartet wurden. man passte ja nicht mehr so recht zueinander, nach dem ableben des herrn unseld. usw.

bemerkenswert ist da schon eher, und da hat die süddeutsche heute einen kleinen scoop gelandet, daß er alle seine bücher mitnimmt:

wie die süddeutsche zeitung erfuhr, hatte walser im jahre 1997 mit unseld eine regelung getroffen, wonach er die rechte an seinem gesamtwerk zurückfordern kann, sobald unseld nicht mehr geschäftsführer des verlages ist. eine solche regelung ist beispiellos. während sich ein verlagswechsel sonst in erster linie auf die künftigen bücher eines autors bezieht, kann walser nun auch alle bisher erschienenen werke von suhrkamp zu rowohlt transferieren. es wirft dies ein merkwürdiges licht auch auf den verleger unseld, der ohne not eine entscheidung fällte, die suhrkamp in der nach-unseld-zeit erwartbar in der substanz treffen musste.

fürwahr. man muß ja m. walser nicht besonders mögen (und seine texte auch nicht), um zu sehen, daß seine bücher doch immer noch ordentlich gekauft wurden - was bei suhrkamp ja nicht unbedingt auf alle autorinnen zutrifft. nunja. man kann spekulieren, daß unseld und walser ein szenario vorhersahen, in dem walser sich bei suhrkamp nicht mehr "zu hause" fühlen könnte, und deshalb quasi freundschaftlich eine solche regelung sich erdachten.

der "offene brief von martin walser über seinen abschied vom suhrkamp-verlag", den spiegel online jetzt veröffentlicht hat, gibt darüber keine auskunft, wenn er auch (wohl nur zum teil) beschreibt, warum er suhrkamp verläßt:

ich bin dreimal ins blitzlicht einer zeitgeistfraktion geraten, die sich auf die aufklärung beruft und nach autorität trachtet. zum ersten mal 1995 [...], dann 1998 [...], und 2002 ("tod eines kritikers"). beim dritten mal wurde von außen, unter verletzung geltender regeln, ein skandal angezettelt, und ich wurde zeuge, wie die verlagsleitung vor dieser autorität in die knie ging. siegfried unseld wäre nicht in die knie gegangen.

natürlich sieht sich walser also als verfolgter, den der verlag verlassen hat. auch das ist nicht neu, und da hat er sich nicht geändert, aus der schmollecke ist er nie so recht herausgekommen. "sie alle wissen, dass die so genannte suhrkamp-kultur [...] immer auch die kultur einer bestimmten denk- und verhaltenstugend" war - und die, so bedeutet das, ohne recht ausgesprochen zu sein, sei unter ulla berkéwicz eben nicht mehr vorhanden.

das eigentlich traurige daran ist, daß walser wiederum, ganz literat, um den heißen brei herumstreicht, anstatt mal tacheles zu reden. schon bei seiner rede in der paulskirche mußte man ja geradezu mit linguistischem handwerkszeug hantieren, nur um dann nachher feststellen zu können, daß er wirklich ungeheuerliches gesagt hatte - und bis heute glaubt er's selber nicht.

auf die antwortversuche des feuilletons darauf, warum unseld nun seinem (und sehr seinem!) verlag so schadete, die darf man jetzt fröhlich erwarten. es beginnt, mit sicherheit, morgen früh die frankfurter sonntagszeitung. auf in die schlacht am blätterwald!

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