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Mir fiel es irgendwann in der U-Bahn auf; oder war es in der Straßenbahn? War es in einer Kneipe? Im Büro? Ich dachte: Warum schaut mich denn diese Frau so an? Dann wurde mir klar, dass ich sie auch ansah, aber ein Stockwerk zu niedrig. Da wollte ich im Erdboden verschwinden. Und dann fiel mir auf, dass ich bloß den Text auf ihren Brüsten zu Ende gelesen hatte.
Ich lese Bücher, die ich anfange zu lesen, immer zu Ende. Das gehört sich ja so.
Manchmal prangt nur ein einziges Wort über den Höhenzügen, und der Mann von Welt erweist sich als flinker Leser: München. Schlampe. Puma. Gut, schaffen wir schon. Letztens aber stand ich eine Minute vor meiner Frau und dachte: Brauchen andere Männer auch so lange, um dieses T-Shirt zu verstehen, zumal es auch noch in Englisch beschriftet wurde?
harald hordych kämpft damit, daß er einerseits lesen und andererseits nicht schauen soll.
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© 2004 Rochus Wolff
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