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rochuswolff.de
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Introibo ad altare Dei.
bild von wikipedia.org
gefeiert wird heute die hundertste wiederkehr des joyceschen bloomsday. bzw. natürlich eigentlich noch nicht, da ulysses erst am 2. februar 1922 wirklich fertig und gedruckt war; aber man wird ja noch retrospektiv argumentieren dürfen.
egal. james joyce ist mir zwar schon eine ganze weile lang immer wieder über den weg gelaufen (und denkwürdig die nacht, in der mein damaliger mitbewohner seine zimmertür aufriß, um mit triumphierender gebärde seinen soeben zu ende gelesenen ulysses-band durch den flur zu schleudern), aber herangewagt habe ich mich erst vor etwas mehr als zwei jahren. dann immerhin samt literaturwissenschaftlichem referat an finnegans wake, das seitdem mein großes ungelesenes lieblingsbuch ist (gelesene lieblingsbücher zu haben ist leicht; da habe ich viele).
selten vorher oder nachher ist mir ein so faszinierendes, schönes und wirklich zugleich! rätselhaftes buch (ohne glossar oder konkordanz ist man sowieso aufgeschmissen, wenn man irgendwas "verstehen" will - aber "verstehen" bedeutet im zusammenhang von finnegans wake nicht viel) begegnet. mit unglaublicher belesenheit und wirrstem sprachwitz macht joyce aus banalem funkelnde sprache.
ganz gelesen habe ich finnegans wake dennoch nicht und werde es wahrscheinlich auch nicht. (salon.com hat erfahrungen von einem leseversuch sowie einen audioclip von james joyce himself, der ein stück vorliest - eines meiner lieblingsstücke.)
zum ausgleich gibt's heute nicht nur die ulysses-taz (auch online), sondern ich werde auch, endlich, mit meinem ulysses anfangen, englisch, in der schön billigen oxford world's classics-ausgabe. dieser tag ist so gut wie jeder andere.
macht mir mut. sprecht mir zu. und verlangt stets den aktuellen zwischenstand, damit ich mich nicht aus faulheit drücke. dies ist ein wahres work in progress.
zum online mitlesen gibt's die eine oder andere (durchsuchbare) ausgabe, aber auch anmerkungen als lesehilfe.
und botheration hat james joyce's ulysses: one page every day (wie vermutlich noch ein paar andere projekte auch).
und los geht's:
STATELY, PLUMP BUCK MULLIGAN CAME FROM THE STAIRHEAD, bearing a bowl of lather on which a mirror and a razor lay crossed. A yellow dressing gown, ungirdled, was sustained gently-behind him by the mild morning air. He held the bowl aloft and intoned:
-- Introibo ad altare Dei.
lieber rochus,
an dein wake-referat erinnere ich mich gut (weil es gut war!). viel erfolg beim ulysses - ich habs zwei oder dreimal versucht und jedesmal aufgegeben. die ersten kapitel sind auch klasse, aber dann gehts irgendwann ab und ich hab nie so ganz verstanden, wohin, wie, was. aber das soll dich nicht schrecken. das mit den ungelesenen lieblingsbüchern hat was (ich wollte auch immer noch mal die gelehrtenrepublik lesen... nun ja, *diese* liste ist lang) gruß elmar
jaja, der »ulysses«... dazu nur soviel: der HErr gab mir ausdauer und ein schlechtes gedächtnis. soll heißen: jau, ich hab ihn gelesen - und mist, ich hab fast alles wieder vergessen...
fazit: in zukunft nur noch dünne bücher, dann ist auch das selbstenttäuschungspotential geringer! ;)
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© 2004 Rochus Wolff
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