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rochuswolff.de
[i:rrhoblog]

versuch über das fußballspielglotzen

· Mittwoch, 16. Juni 2004 [W] · 17:00 Uhr ·

anstrengend ist's - in der medienwelt da draußen kann man sich vor europameisterschaft nicht retten, und selbst im rückzugsgebiet blogosphäre gibt's anscheinend kein halten, wenn kahn, bartez oder wer auch immer nicht ordentlich hält.

klare sache also: hier wird's keine em-berichterstattung, meinungsäußerung oder sonstwas geben. nur soviel: gestern haben monsieur r. (zu lange nicht mehr gesehen - schön war's) und ich nebst la s*** (die eigentlich schon woanders sein wollte) "das spiel" gesehen. es gab bier und knabberkram, und wir bemühten uns redlich, durch standardkommentare und grölen echte männlichkeit zu zeigen. fazit: wir sind da zu reflektiert, um zu unbedingten fans und ruuudi-brüllern zu werden. und der kaiser morpht vor meinem inneren auge schon zu ede stoiber: auch nicht angenehm.

im spiel war alles viel zu viel klein klein im mittelfeld, oder so. jetzt erstmal wie werde ich heribert faßbender lesen und sich leise darüber freuen, daß es noch bis ende nächster woche keine b. kerner-talkshows geben wird, die ich sowieso nicht gesehen hätte.

er ist im übrigen als moderator überbezahlt.

addendum: ich bin jedenfalls nicht der einzige, den's nervt:

Ich bin kurz davor eine Personal Firewall mit Inhaltsfilter zu installieren, um mich vor diesem Fussball EM Schmonz zu schützen.

es ist soweit: auf den spuren mr blooms

· Mittwoch, 16. Juni 2004 [W] · 00:12 Uhr ·
abt. für irrfahrten

Introibo ad altare Dei.

James_joyce.JPG
bild von wikipedia.org

gefeiert wird heute die hundertste wiederkehr des joyceschen bloomsday. bzw. natürlich eigentlich noch nicht, da ulysses erst am 2. februar 1922 wirklich fertig und gedruckt war; aber man wird ja noch retrospektiv argumentieren dürfen.

egal. james joyce ist mir zwar schon eine ganze weile lang immer wieder über den weg gelaufen (und denkwürdig die nacht, in der mein damaliger mitbewohner seine zimmertür aufriß, um mit triumphierender gebärde seinen soeben zu ende gelesenen ulysses-band durch den flur zu schleudern), aber herangewagt habe ich mich erst vor etwas mehr als zwei jahren. dann immerhin samt literaturwissenschaftlichem referat an finnegans wake, das seitdem mein großes ungelesenes lieblingsbuch ist (gelesene lieblingsbücher zu haben ist leicht; da habe ich viele).

selten vorher oder nachher ist mir ein so faszinierendes, schönes und wirklich zugleich! rätselhaftes buch (ohne glossar oder konkordanz ist man sowieso aufgeschmissen, wenn man irgendwas "verstehen" will - aber "verstehen" bedeutet im zusammenhang von finnegans wake nicht viel) begegnet. mit unglaublicher belesenheit und wirrstem sprachwitz macht joyce aus banalem funkelnde sprache.

ganz gelesen habe ich finnegans wake dennoch nicht und werde es wahrscheinlich auch nicht. (salon.com hat erfahrungen von einem leseversuch sowie einen audioclip von james joyce himself, der ein stück vorliest - eines meiner lieblingsstücke.)

zum ausgleich gibt's heute nicht nur die ulysses-taz (auch online), sondern ich werde auch, endlich, mit meinem ulysses anfangen, englisch, in der schön billigen oxford world's classics-ausgabe. dieser tag ist so gut wie jeder andere.

macht mir mut. sprecht mir zu. und verlangt stets den aktuellen zwischenstand, damit ich mich nicht aus faulheit drücke. dies ist ein wahres work in progress.

zum online mitlesen gibt's die eine oder andere (durchsuchbare) ausgabe, aber auch anmerkungen als lesehilfe.

und botheration hat james joyce's ulysses: one page every day (wie vermutlich noch ein paar andere projekte auch).

und los geht's:

STATELY, PLUMP BUCK MULLIGAN CAME FROM THE STAIRHEAD, bearing a bowl of lather on which a mirror and a razor lay crossed. A yellow dressing gown, ungirdled, was sustained gently-behind him by the mild morning air. He held the bowl aloft and intoned:

-- Introibo ad altare Dei.

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