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rochuswolff.de
[i:rrhoblog]

kampagne zum boykott der musikindustrie

· Mittwoch, 31. März 2004 [W] · 17:04 Uhr ·
abt. für schöneres leben

schon wahr: gut ist das nicht mit dem raubkopieren. aber courntey love hat schon vor einiger zeit mal vorgerechnet, daß den künstlern von der laut schreienden musikindustrie eher die butter vom brot genommen als das große geld geschenkt wird. weshalb man ja einfach mal schlechte massenmusik im regal stehen lassen und bei kleinen labels einkaufen könnte. zum reinhören gibt es ja zum beispiel den tonspion. für alles andere:

copy400.jpg
quelle: ccc

spieglein, spieglein

· Mittwoch, 31. März 2004 [W] · 16:48 Uhr ·
abt. für medien

die netzeitung berichtet von einer kündigung beim spiegel. harald schumann ist gegangen, und laut netzeitung sei eine mischung aus autoritärem führungsstil und eingrenzung der themenvielfalt festzustellen, es gehe um die innere pressefreiheit. whatever that may be.

letztlich auslöser für die kündigung sei, so ist zu lesen, die aktuelle titelstory zur windenergie gewesen, die schumann als desinformation und propaganda bezeichnet habe. wofür einiges spricht.

wer wählt uns eine präsidentin?

· Mittwoch, 31. März 2004 [W] · 10:18 Uhr ·
abt. für nachbars kirschen

jakob kähler und hartmut palmer wissen auf spiegel online, wer so alles für die präsiwahl in die bundesversammlung geschickt wird, und finden das eher unterhaltsam. während es aber auf der einen seite nett ist, darüber nachzudenken, welche "promis" möglicherweise horst köhler doch nicht so toll finden, ist es irritierend zu lesen, wer von wem nominiert wird: ottfried fischer, renan demirkan von der spd - das hätte man sich ja noch denken können, das paßt noch irgendwie... - aber claudia pechstein, jette joop und paul spiegel (ausgerechnet!) für die cdu? da bekommen einerseits politisch gesichtslose stars einen unangenehmen beigeschmack, und andererseits scheint paul spiegel an leichtem gedächtnisschwund zu leiden bzgl. seiner noch nicht lange zurückliegenden auseinandersetzungen mit eben jener partei, für die er jetzt gerne "in ihrem sinne votiere".

re: sir peter

· Mittwoch, 31. März 2004 [W] · 10:09 Uhr ·
abt. für nachbars kirschen

"ich kann in den meisten sprachen dankeschön sagen und herrenklo ..."
fritz göttler verabschiedete sich in der gestrigen sz mehr als freundlich von sir peter ustinov.

addendum: stefko verweist auf einen artikel von andreas bummel bei telepolis, in dem insbesondere auf ustinovs rolle im world federalist movement eingegangen wird. mit dem denkwürdigen ustinov-zitat:

noch niemals hat mich auf der straße jemand aufgefordert, für kernwaffen geld zu spenden. offenbar deshalb, weil die regierungen für waffen stets genug geld zur verfügung haben. aber unzählige male haben mich menschen mit sammelbüchsen um eine spende für arme, kranke, alte und kinder gebeten. es mag der phantasie jedes einzelnen überlassen bleiben, sich auf diese ungereimtheiten einen vers zu machen.

tolle wurst

· Dienstag, 30. März 2004 [W] · 15:59 Uhr ·
abt. für nachbars kirschen

bzw. nicht ganz so tolle lakritzschnecke:

die probanden bekamen deshalb zusätzlich zum carbenoloxon ein blutdruck senkendes mittel. und dann noch dieses oder/und jenes medikamentöse begleitsubstänzchen...

schwere geburt

· Dienstag, 30. März 2004 [W] · 11:22 Uhr ·

lieber zwiebelfisch, ein solches orthographiegebahren (oder -gebähren? - story hier, inzwischen berichtigt) ist doch recht, ahem, willkührlich. finden sie nicht auch?

screen_spiegel_gebähren.jpg
screenshot von spiegel.de

wunschdenken

· Dienstag, 30. März 2004 [W] · 10:40 Uhr ·

wäre ich alt genug, ich könnte meine kopfschmerzen auf den wetterwandel (hey, endlich frühling!) und meine lichtempfindlichkeit auf altersschwache augenmuskulatur schieben. so aber waren's wahrscheinlich doch eher die cocktails von gestern abend. yummy!

so oder so schmeckt aber der erste schluck süßen kaffees heute ganz ausgezeichnet.

schnee

· Freitag, 26. März 2004 [W] · 15:48 Uhr ·

ja doch, wirklich und wahrhaftig. schneekristalle, -gestöber, kling glöckchen klingelingeling. präzise zwei tage zu spät, aber was soll's.

männermagazine

· Freitag, 26. März 2004 [W] · 14:31 Uhr ·
abt. für gender trouble

die vermutung, männermagazine seien nur frauenmagazine mit mehr autos und karrieregebrabbel, ist weder besonders neu noch originell. worauf ich immer noch warte, ist allerdings eine studie, die mal nachzählt, ob man in den frauen- oder den männermagazinen mehr nackte frauenhaut zu sehen bekommt (und welche).

der grund für mein gebrabbel:

um vier uhr noch mal ins büro, die festplatte von rainer löschen. dann wieder sit-ups, eine davidoff und sex mit den girls von der büroreinigungstruppe.

gesehen im schönen layout von hessis weblog, dorthin auf dort beschriebenen umwegen von harald martenstein bei der zeit.

schön auch die liste der dinge, die in mehr als 50 prozent aller männerleben eine rolle spielen, aber selten oder nie in männermagazinen auftauchen, aber leider falsch: haarausfall, schuppen und hautunreinheiten, ausreden finden und rauchen abgewöhnen sind mir alle schon bei oberflächlichem blättern untergekommen. irgendwie müssen die männer ja dazu gebracht werden, für die kosmetikfläschchen auch reichlich geld auszugeben.

die eimer von borneo

· Freitag, 26. März 2004 [W] · 14:20 Uhr ·
abt. für nachbars kirschen

viel zu selten wird man so sinnfrei begeisternd erheitert wie durch die tanzenden blecheimer von borneo. ach ja, die neue titanic ist zu haben.

simple life

· Donnerstag, 25. März 2004 [W] · 23:52 Uhr ·
abt. für medien

das einfache leben ist mir nun gestern irgendwie entgangen, wohl weil ich wirklich, wirklich bessere dinge zu tun hatte. unterhaltsamerer ersatz war vermutlich eh, auf der zugfahrt von dresden genossen, andré mielkes artikel zu dem ganzen auftrieb, in dem etwa zu lesen war, paris hilton sei "schon kraft ihres kontoauszugs eine person der zeitgeschichte", und schließlich:

um zu belegen, wie sehr es dem amerikanischen publikum gefallen habe, wird gern hervorgehoben, dass mehr zuschauer "simple life" sehen wollten als die zeitgleiche ansprache ihres präsidenten zur ergreifung von saddam hussein. dieser vergleich ist nur fair. herr bush und frau hilton chargieren im selbem segment. semantisch sowieso.

ab 14. april muß man rechtzeitig daran denken, nach alias, dessen zweite staffel dann abends zu sehen sein wird, abzuschalten. nicht, daß man aus versehen ins semantische hintertreffen gerät.

playmobil im gifteinsatz

· Donnerstag, 25. März 2004 [W] · 17:23 Uhr ·
abt. für blüten des kapitalismus

noch einmal playmobil - carlo longino hat in berlin playmobil gefunden, unter anderem die spezialeinheit der feuerwehr, die gift einsammeln darf. (via boing boing)

kröpfchen und töpfchen

· Donnerstag, 25. März 2004 [W] · 17:14 Uhr ·

das untitled project räumt endlich auf mit dieser dauernden vermischung von text und bild - klare grenzen müssen schließlich sein! (via kottke.org). woran mich das aber freudig erinnerte, ist natürlich der hübsche band kunst aufräumen von ursus wehrli.

jede religion für alle

· Montag, 22. März 2004 [W] · 17:09 Uhr ·
abt. für blüten des kapitalismus

"getting converted has never been so easy!" der liebe m. schickte mir den verweis zur holy corporation und ihren plug'n'pray-kits - dem hilfsmittel schlechthin für lifestyle-religiöse: "customize the religion of your choice to your needs and goals".

tatsächlich erwerben kann man immerhin t-shirts und krams, und die pray by wire gallery will erkunden "to what extent religion is wired to technology".

addendum kurz vor mitternacht: dazu paßt natürlich, schlechter geschmack ahoi (und mr. gibson läßt grüßen) der igod.

fiese mütter, geile weiber

· Sonntag, 21. März 2004 [W] · 18:59 Uhr ·
abt. für gender trouble

und spiegel online geifert mit: da wurde doch tatsächlich enthüllt, daß sich die neu bei big brother eingezogene dame (wer interessiert sich wirklich für ihr vorleben, ich meine, außer bild- und spiegel-redakteuren?) sich schon einmal für dieter bohlen ausgezogen habe. wild. whoopie.

und bringt die ganzen details der "schamlosen berichte" (steht da so). lechz lechz. bild ist natürlich expliziter, samt - man kennt das von der hetze gegen sibel kekilli - bildergalerien, wo dann nicht nur die bereits genannte dame hüllenlos zu sehen ist (mit, geil, geil, pornographischer unmittelbarkeit - dem ganzen kapital der big brother-show: nicht ganz so wie dieter bohlen (für ihn hat sie sich aus einem nonnen-kostüm gepellt) durften die "big-brother"-zuschauer jeannine beim ausziehen zuschauen...), sondern auch noch die rausgekickte sandra im evakostüm: so duscht die herzlos-mama.

nachtigall, ick hör dir kotzen.

addendum: die außerlomografische opposition says it all.

total authentisch

· Freitag, 19. März 2004 [W] · 11:05 Uhr ·
abt. für nachbars kirschen

dieser roboter spricht aramäisch; mindestens. bei allem blut, das floß (erlösung, usw.), war es, schreibt die sz, doch auch bei mel gibson letztlich nur getriebeöl. (ernster: thies gundlach findet in der gestrigen taz die passion christi nicht so toll, weil er das blutopfer visuell remythisiert. mal was gedachtes.)

stellenweise gruselig

· Freitag, 19. März 2004 [W] · 10:39 Uhr ·
abt. für nachbars kirschen

liest sich das sz-interview mit otto schily.

zum beispiel über muslime in deutschland:

ich erwarte von den muslimen in deutschland nicht nur, dass sie erklären, sie seien friedliebende menschen. das trifft zwar auf die überwiegende mehrheit zu. aber die muslime dürfen nicht nur passive zuschauer sein, sondern müssen sich aktiv für den frieden in der gesellschaft einsetzen.

ich vermisse manchmal zum beispiel etwas sensibilität dafür, was in einer moschee gepredigt werden kann und was nicht. auch die verurteilung islamistischer gewalttaten könnte klarer zum ausdruck kommen. warum gibt es keine demonstrationen muslimischer bürger gegen den islamistischen terror?

nun ist das natürlich eine antwort auf eine frage zu muslimen in deutschland - aber hat ein deutscher politiker das gleiche schon einmal in bezug auf christen in deutschland eingefordert? und sollte man nicht annehmen, daß die "muslimischen bürger" einfach auf den anderen demonstrationen mitlaufen - recht integriert, könnte man denken?

unser aller pflichten - ganz seltsam wird's beim "sozialen pflichtjahr":

schily: [...] wir müssen die neue dimension der bedrohung erfassen. deshalb müssen wir auch unsere abwehrkräfte stärken. und dazu gehört, dass wir ein abwehrbewusstsein in der deutschen bevölkerung schaffen und für mögliche notlagen ein reservoir an helfern haben. da könnte ein pflichtjahr - das sicher auch andere soziale und gesellschaftliche zielrichtungen hätte - helfen.

sz: ein pflichtjahr zur gefahrenabwehr?

schily: voraussetzung ist allerdings, dass die leute in ihrem pflichtjahr dazu ausgebildet worden sein müssen. aber dann hätte ich dagegen keine bedenken.

sz: statt wehrpflicht also künftig eine gemeinnutzpflicht? junge menschen im pflichtjahr als helfer gegen den terror?

schily: nennen Sie es, wie Sie wollen. mir geht es vor allem darum, dass jeder junge mensch dann seinen beitrag für die gesellschaft leisten könnte, ob in der pflege alter menschen oder in der gefahrenabwehr beim thw.

hübsch argumentiert, wohl war. kurzerhand geht auf diese weise die wohlweisliche unterscheidung zwischen wehr- und zivildienst flöten. so sehr das aus dem bauch heraus in den wind gesprochen sein mag (obwohl herr schily sich klar sein muß, daß das, aus seinem munde, wellen schlagen muß), so sehr muß ihm klar sein, daß "gefahrenabwehr" keineswegs so neutral ist, wie er's klingen läßt und durchaus etwas sein könnte an dem teilzunehmen man sich verweigern möchte. das thw in allen ehren.

aber mit den rechten ist das ja so eine sache. auch zu den häftlingen von guantanomo weiß schily ja etwas zu sagen: wir haben, das muss man offen bekennen, noch keine eindeutige rechtliche kategorie gefunden, mit diesen menschen umzugehen. und deswegen - bei allem "kritisch" sein - ist es anscheinend irgendwie okay, ihnen erstmal gar keine rechte zukommen zu lassen. daß unklarheiten im status im zweifel für den gar nicht offiziell angeklagten zu gelten hätten, und daß dies einzufordern wäre in und von einem rechtsstaat, das rutscht hier irgendwo unten durch. leider auch bei den hochgeschätzten interviewern, philip grassmann und heribert prantl.

kaffeefahrt

· Dienstag, 16. März 2004 [W] · 21:37 Uhr ·
abt. für schamlose selbstdarstellung

aus von der taz gegebenem anlaß habe ich einen über sechs jahre alten text (unverändert, so schmerzhaft das auch im einzelnen teil und gesamten text sein mag) wieder ausgegraben: kaffeefahrt, 22. august 1997.

mit ein bißchen wehmut: denn bald, sagt martin reichert in der taz, ist's endgültig vorbei, der europäischen union sei dank.

auch ein bißchen erwachsen

· Dienstag, 16. März 2004 [W] · 15:13 Uhr ·

ist man ja geworden, wenn man beim augenarzt nicht mehr durch kniepen und schielen und zahlen-und-buchstaben-reihen-auswendiglernen versucht, nur möglichst nichts falsch zu lesen. und das habe ich nun davon: -0,75 & -0,5. tscha. kennt jemand eine stilsichere optikerin in berlin?

top secret!

· Dienstag, 16. März 2004 [W] · 12:46 Uhr ·

ian white hat es gefunden. if they find out you've seen this, your life will be worth less than a truckload of dead rats in a tampon factory. (top secret!)

steuer-und-arbeitsrecht-esoterik

· Montag, 15. März 2004 [W] · 22:58 Uhr ·
abt. für blüten des kapitalismus

heute im örtlichen großbuchhandel, auf der suche nach einem kleinen büchlein, einem lichtlein, das den pfad leuchten möge durch den dschungel der steuererklärung, das erklären möge, wie es vonstatten gehe, wenn man gewissermaßen nebenher ein wenig selbständiger erwerbstätigkeit nachgeht, aber nicht ausschließlich... usw. (natürlich nicht fündig geworden.) von den regalen für jura-studentinnen doch noch zu den rechtsratgebern nebenan gefunden, die überleiten über konkrete arbeitsrechtliche fragen (und "schöner arbeitslos") hin zu management und karriere, bis man vor einer großen, breiten säule steht, die alles von bewerbungsmappen bis "freier, schöner, besser, stärker u.v.a. überzeugender reden" anbietet. links um die säule rum fällt mir ein buch in die hand: enzyklopädie des nutzlosen wissens. rechts um die säule rum geht's zu feng-shui, bachblütentherapie und insbesondere das kind in mir, der wolf in der frau und das hirn im freien fall. sollte uns das zu denken geben? ich glaube, nein. guten abend.

in den metatags haben sie noch nicht gesucht

· Montag, 15. März 2004 [W] · 22:40 Uhr ·

was eigentlich schade ist, denn dort, in der gruselig programmierten homepage der coalition provisional authority, sind die massenvernichtungswaffen leicht zu finden:

<meta name=" keywords" content="Coalition, Saddam, Hussein, War, Iraq, Oil, army, health, Gulf War, military, humanitarian, operations, Medical, assistance, mass, destruction, Military, medical, news, Bremer, forces, RPGs, national, guard, defense, DoD, security, war, contracts, contracting, civilian, KBR, Bechtel, Halliburton, electricity, baghdad, Iraqi, Iraqis, Sunni, Shiite, kurds, , defense, bombing, missile, weapon, weapons, WMD">

zumindest ist klar, was man im irak zu erwarten hat. in jeder hinsicht, wie simon willison in zartem understatement schreibt: the nod towards halliburton is a nice touch as well.

exekutivschnösel

· Sonntag, 14. März 2004 [W] · 23:15 Uhr ·

absolutes wort des heutigen tages, geäußert im (österreicher) tatort von einem befragten zum ermittelnden kommissar. nachdem sich dieser außer hörweite befand.

schwarze filme

· Samstag, 13. März 2004 [W] · 00:09 Uhr ·

irgendwie, irgendwie glaube ich nicht so recht, daß man "film noir" als "schwarzer film" übersetzt. nein, das glaube ich nicht.
womeninfilmnoir.jpg
screenshot von voebb.de

playmobil wird auch so alt

· Freitag, 12. März 2004 [W] · 23:55 Uhr ·
abt. für blüten des kapitalismus

das gute alte playmobil, von dem ich immer dachte, es müsse meiner existenz schon eine gute weile vorgängig gewesen sein, so wesentlich wurde es ein bestandteil meiner welt - legendär jener tag, an dem ich mit meinem bruder auf einem dachboden im münchner vorort ottobrunn einen wildgewordenen playmobilgreis im rollstuhl durch die gegend jagen ließ -, es wird gerade einmal dreißig, dieses jahr. jünger als ich! das muß gefeiert werden.

denn playmobil hat, wie man im online-archiv der firma sehen kann, vieles gemacht, an das ich mich noch wehmütig erinnere und das zum teil noch immer in kartons im keller meiner eltern meiner rückkehr harrt, etwa die schmiede und die bäckerei. natürlich waren es immer die unerreichbaren sachen, die sehnsucht auslösten: das piratenschiff ebenso wie die raumstation. dabei hatten wir irgendwoher auch das fernsehteam und meinen ganzen stolz, die safaristation.

und natürlich, wie mit jedem spielzeug, an dem man hängt, bin ich unzufrieden mit dem, was jetzt so verkauft wird: alles vom ninja-kämpfer bis zum rotkäppchen, hund/katze/maus halt. bzw. fast alles, eben noch kein arbeitslosenheer. die phantasie, denkt man, geht dabei vor die hunde. und, schlimmer noch, eine große tradition gleich mit! tradition natürlich, wie ich heute feststellen mußte, my ass! mit dreißig darf man auch mal in wilde ecken wuchern.

wird auch gleich erledigt: so gibt's zum geburtstag jetzt neben dem western-classic-set "in original 70er-jahre-optik" auch und vor allem für schlappe 4,99 euro den goldenen ritter "mit ca. 100mg echtem gold".

takogo kak putin

· Freitag, 12. März 2004 [W] · 11:27 Uhr ·
abt. für nachbars kirschen

anläßlich der am wochenende anstehenden präsidentschaftswahl in rußland (alles bleibt wie es ist) portraitiert klaus-helge donath in der taz den amtierenden präsidenten nebst - in kürze - seinem gefolge.

auch die monde diplomatique hat noch ein bißchen hintergrund. so geht es zum einen bei elfie siegl um das verhältnis des kreml zur russisch-orthodoxen kirche, zum anderen bei jean-marie chauvier um "sowjetnostalgie und neuen patriotismus". in einer kleinen randbemerkung geht es dann noch kurz um die aufarbeitung der sowjetischen vergangenheit.

barbie flash!

· Freitag, 12. März 2004 [W] · 11:18 Uhr ·
abt. für blüten des kapitalismus

janet & justin erinnerungspuppen bei ebay - z.zt. bei 351 us$. (via titanic)

schwebende gartenzwerge

· Donnerstag, 11. März 2004 [W] · 15:45 Uhr ·
abt. für nachbars kirschen

deutsche kleingärtner wollen anscheinend nicht, daß ihnen amerikanerinnen den vorgarten verdrecken, schreibt markus becker bei spiegel online. den hätten sie schließlich gekauft, auf der basis klarer verhältnisse:

die verkaufsrechte seien von der us-regierung an den mond-besitzer dennis hope übertragen worden, mit dem man zusammen gearbeitet habe.

womit sich das natürlich auch schon erledigt hat, denn

outer space, including the moon and other celestial bodies, is not subject to national appropriation by claim of sovereignty, by means of use or occupation, or by any other means.

außerdem hätte der schäferhund doch große probleme, sich zum zwecke der vertreibung von bösen eindringlingen gehör zu verschaffen - oder gar durch seinen raumanzug hindurch bissig zu werden. was vielleicht ein segen ist.

once upon a campaign

· Donnerstag, 11. März 2004 [W] · 13:16 Uhr ·
abt. für nachbars kirschen , abt. für schöneres leben

wer sich noch vage daran erinnert, daß zur letzten präsidentschaftswahl in den usa ein fernsehinterview mit mr george w bush nicht stattfand, und das anscheinend weil befürchtet wurde, er könne nicht gut wegkommen, wenn er wirklich etwas gefragt würde, den mag nichts mehr so recht erschüttern. allen anderen ist bruce klugers besprechung der dvd-ausgabe von alexandra pelosis journeys with george ans herz zu legen: gruselig.

und mit einer immer wieder zu stellenden frage: [...] pelosi's chronicle serves not only as a wily political character study, but also poses the unavoidable question: where was the discerning media coverage when we needed it most?

teenie-kult-software wordperfect

· Donnerstag, 11. März 2004 [W] · 11:42 Uhr ·
abt. für nachbars kirschen

ach, 1986. die april-ausgabe war meine erste selbstgekaufte "64er", und dann fuhr eines tages mein vater tatsächlich mit mir nach bonn, um mit mir und für mich einen gebrauchten commodore 64 zu erstehen. dann hieß es basic lernen, irgendwann kam assembler hinzu und wildes nächtliches programmieren für den 6502/6510. (und irgendwann kamen dann die tanzkurse und mit ihnen die frauen, aber das ist eine andere geschichte.)

es war eine wilde jugend: kathrin passig schreibt anläßlich der cebit für spiegel online über ihre erinnerungen an die cebit während der computersteinzeit, z.b. einen wettbewerb für computergraphik mit very nerdy umständen:

experten hätten theoretisch von der innovativen möglichkeit des atari st gebrauch machen können, aus einer palette von 512 farben sechzehn halbwegs zusammenpassende auszuwählen, aber das ist meines wissens nie vorgekommen. insofern war es vielleicht ganz günstig, dass wir über keine möglichkeit verfügten, die wettbewerbsbeiträge auszudrucken, auch wenn ein teilnehmer uns zu diesem zweck eine technik vermittelte, bei der man lediglich 16 din-a4-blätter mit pastellkreiden zu bemalen, nacheinander als durchschlagpapier in einen nadeldrucker einzuspannen und das ergebnis mit haarspray zu fixieren brauchte.

merrily married

· Mittwoch, 10. März 2004 [W] · 17:43 Uhr ·
abt. für gender trouble

wenn man sich die hübsche geschichte aus der gestrigen taz durchliest, die michael streck über den bürgermeister von san francisco verfaßt hat und darüber, wie gavin newsom mit seiner entscheidung, homosexuellen paaren die eheschließung zu erlauben ("homosexuelle sind plötzlich keine abnormen gesellschaftszersetzer [mehr], sondern [...] so wertekonservativ wie heterosexuelle", schreibt der sympathisierende streck über die usa-interne wahrnehmung) schlagartig populär geworden ist, dann lohnt es sich, des größeren glückes wegen, auch, die photos von derek powazek dazu anzusehen sowie den kleinen text zu studieren, den er für alternet verfaßt hat.

und während man einerseits das heiraten doof, spießig, wertkonservativ und darüberhinaus noch einiges andere nennen kann, andererseits allein schon der gleichberechtigung wegen: don't amend.

demokratie/schluß

· Dienstag, 9. März 2004 [W] · 10:55 Uhr ·
abt. für schöneres leben

ralf berhorst schreibt in der süddeutschen (jetzt auch als url mit ü - wenn man will und einen neuen browser hat) von den wenig optimistischen stimmen auf einer tagung in potsdam, richard rortys ganz voran: er gab sich

als raunender fürst prophetischer finsternis: was, wenn es terroristen gelänge, ein dutzend anschläge vom ausmaß des 11.9. zu verüben?
ein permanenter ausnahmezustand wäre die folge, das schleichende ende der demokratie. an ihre stelle träte eine "fürsorgliche despotie" im namen nationaler sicherheit.
ähnliches sei auch in europa jederzeit zu gewärtigen, so rorty. nach wenigen generationen wäre die vision einer offenen gesellschaft nur noch ein topos antiquarischer bücher.
so erkennbar rortys düsteres zukunftsszenario mit lust an der provokation ausgemalt war, ihr ließe sich schon jetzt mit einigen gegenwartsbefunden sekundieren: zweifelhafte kriegsgründe, der rechtlich fragwürdige status der gefangenen von guantanamo, das wegen mangelnder kooperation der sicherheitsbehörden annullierte urteil von hamburg.

man könnte auch noch, nur ein wenig off topic, hinzufügen, daß sich manche ärzte nicht zu schade sind, sich zum büttel und ausführungsorgan der behörden herunterstufen zu lassen (wie heute in der taz zu lesen) - das hatten wir auch schon mal.

viel problematischer aber erscheint mir vor allem in berhorsts artikel, daß die staatlichen stellen, die hier außer kontrolle geraten und die "fürsorgliche despotie" zu errichten drohen, schon gar nicht mehr in der kontrolle des eigentlich angeblichen souveräns, der "bürgerinnen und bürger", gedacht wird. alle staatsgewalt geht vom apparat aus.

die befürchtete und beschriebene entwicklung ist damit aber im denken längst vollzogen, die demokratie schon zu den remittenden gelegt.

nicht mehr ganz neu

· Dienstag, 9. März 2004 [W] · 01:26 Uhr ·

war da anscheinend schon die idee mit dem bierdeckel...

die faust bleibt

· Montag, 8. März 2004 [W] · 23:59 Uhr ·

aber in der abteilung für gender trouble. ab und an kriegt sie dann wieder prominentinnen-status.

bog-standard

· Montag, 8. März 2004 [W] · 23:42 Uhr ·
abt. für detailwissen

vor einigen tagen kam hier die frage auf, woher der ausdruck "bog-standard" denn komme - also nicht zuletzt, in welcher bedeutung bog hier auftauche. die bedeutungen, die dafür normalerweise so vorgeschlagen werden (und die auch mein treuer oxford ausspuckt) - toilette und sumpf - scheinen zwar naheliegend, aber erklären im grunde nix.

das internet weiß mehr bzw. eben auch nicht. michael quinion schreibt in world wide words:

bog-standard is a well-known informal term, which originated in britain; it means something ordinary or basic, but often in a dismissive or derogatory way. [...]
bog-standard is a puzzling phrase and nobody knows where it came from. it first appeared in writing in the 1980s, seemingly out of the air.

ob es von bog komme, so quinion weiter, sei völlig unklar; ebenso gebe es die vermutung, es komme vom ausdruck box-standard oder sei ein akronym aus "british or german". vereint im mittelmaß? jedenfalls wieder einmal eine sprachenfrage, die sich angenehm im unklaren nebel der geschichte verliert.

(demnächst dann mal die story zu "bis der arzt kommt" ...)

that's education!

· Montag, 8. März 2004 [W] · 23:06 Uhr ·
abt. für nachbars kirschen , abt. für schöneres leben

in a private white house meeting today with governors of both parties, president bush's education secretary rod paige left no insult behind for the national education association, calling the nation's largest teacher's union a "terrorist organization".

nach salon.com. (via ruthless reviews)

worum's z.b. am frauentag geht

· Montag, 8. März 2004 [W] · 14:40 Uhr ·
abt. für gender trouble

erstens natürlich darum, daß es nicht um blumen für die frauen geht. floristinnen aller länder, verweigert euch!

zweitens z.b. um gleiche rentenbeiträge, courtesy of alice schwarzer, zuweilen ja auch im team auftretend, mehr oder minder gerne.

und überhaupt um feminismus.

celebrity worship

· Montag, 8. März 2004 [W] · 13:54 Uhr ·
abt. für nachbars kirschen

gerade auf bbc world gehört: die wissenschaft in form von dr john maltby hat festgestellt, festgestellt, festgestellt, daß es ein anzeichen für psychologische probleme sein kann, wenn jugendliche sich übermäßig mit prominenten, stars und sternchen identifizieren und eine sehr persönliche beziehung zu ihnen imaginieren. keineswegs gemeint sei die normale schwärmerei, wie bbc schreibt, genannt "entertainment-social celebrity worship"

where children discuss the lives and tribulations of their favourite celebrities.
"this is a normal part of growing up," says dr maltby.

im gegensatz zur zweiten form, "intense-personal celebrity worship",

where children see their favourite celebrity as their soul-mate and are obsessed by them.
"they believe they have a very personal relationship with the celebrity," dr maltby told bbc news online. "it may be affecting their relationship with other people."
the survey suggested that as many as one in 10 children may fit into this category.

und während ich der meinung bin, daß schon eine geringe begeisterung für alexander oder daniel k. ein zeichen von nahezu krankhafter fehlsteuerung ist und daß darüberhinaus die unterscheidung zwischen intense-personal und entertainment-social so fließend ist, daß man glattweg auf sie verzichten könnte, um stattdessen festzustellen: manche jugendliche haben psychische probleme, manche nicht ---, erscheint mir diese zahl als sehr hoch gegriffen. ist reden mit beckham-postern schon gefährlich?
ist es ganz und gar krankhaft womöglich, wenn man nicht so richtig auf celebrity worship einsteigt als pubertierendes menschenwesen? meine güte, ich hatte allenfalls zwischendurch mal poster von <peinlichesgeständnis>limahl und bonnie bianco (die sich jetzt lory bianco nennt)</peinlichesgeständnis> an der wand.

hoffentlich haben die superresearcher nicht alle ihre zahlen übers netz erhoben. da könnte ja jeder sich eine krankhafte biographie zusammenklicken.

also für mich gilt jedenfalls:
my favourite celebrity and i have our own code so we can communicate with each other secretly (such as over the tv or special words on the radio).
gell, liebste?

internationaler frauentag

· Montag, 8. März 2004 [W] · 12:15 Uhr ·
abt. für gender trouble

für den rest des tages deswegen eine erhobene faust.

time flies

· Samstag, 6. März 2004 [W] · 23:01 Uhr ·
abt. für schamlose selbstdarstellung

abt. für graphisch umgesetzte schlechte wortspiele.

time flies / zeitfliegen
zeitfliegen

mixing films up

· Samstag, 6. März 2004 [W] · 20:25 Uhr ·
abt. für film

... und andere fehlleistungen, die man sich während lord of the rings vielleicht besser nicht leisten sollte:

ask everyone around you if they think gandalf went to hogwarts oder finish off every one of elrond's lines with "mr. anderson" etwa. (via rex 2.0)

ruth

· Samstag, 6. März 2004 [W] · 13:32 Uhr ·

hat heute geburtstag. was wohl aus ihr geworden ist?

zur beruhigung

· Samstag, 6. März 2004 [W] · 13:29 Uhr ·

zuerst, daß bislang in frankreich keine schienen entzwei geflogen sind. dann: was auf dem ab & eine sms. die liebe jauchzt.

was in der übersetzung verloren ging (zumindest ein teil davon)

· Samstag, 6. März 2004 [W] · 04:20 Uhr ·
abt. für film

lost in translation ist, ganz außer frage, ein wunderbarer film, der vor allem zwei fragen offenläßt. die zweite - was sagt er? - will ich gar nicht beantwortet haben, auf die erste - wovon redet dieser regisseur? - hat, ganz fan, das blog are you awake von crissy. über die akkuratesse der übersetzung vermag ich leider nichts zu sagen, aber vielleicht findet sich ja jemand, der oder die des japanischen mächtig ist... (via occiblog)

studienkonten

· Samstag, 6. März 2004 [W] · 03:44 Uhr ·

wie in berlin geplant, so gibt's in hessen studienkonten, die dort anscheinend "studienguthaben" heißen und deshalb keinen deut besser sind. man darf bezweifeln, daß die zahlreichen exmatrikulationen wirklich etwas bringen. moe denkt darüber nach.

für berlin zumindest schrieb mir übrigens die senatsverwaltung vergangene woche:

sehr geehrter herr rochus, [hüstel!]
die promotionszeit wird weiterhin gebührenfrei bleiben.wir beabsichtigen jedenfalls, diese regelung im gesetz aufzunehmen und damit in der gleichen weise wie in nrw und rheinland-pfalz zu verfahren.
mit freundlichen grüßen

was man natürlich auch als indirektes eingeständnis lesen kann, daß die studienkonten kommen: pds hin oder her.

nochmal wikipedia

· Samstag, 6. März 2004 [W] · 02:42 Uhr ·

zwar ist, wie schon angemerkt, wikipedia jetzt mal in den "großen" medien gewesen - nicht nur bei spiegel online, sondern auch in der tagesschau, aber das führte auch zu reichlich müll im system. (via plastic thinking)

wort des tages

· Freitag, 5. März 2004 [W] · 21:44 Uhr ·

bierdeckelreform. heute das erste mal gehört, obwohl's wohl schon seit januar unterwegs ist.

präsihin, präsiher

· Freitag, 5. März 2004 [W] · 15:46 Uhr ·
abt. für nachbars kirschen

schön war's ja nicht, aber frau merkel wird auf diese weise vielleicht mächtiger, auf jeden fall aber zu helmut kohl (der ja nun gestern auch noch mal besonders wichtig war). aber in diesem unseren haushalt wurde während der letzten zwei tage schon mehr und mehr die frage gestellt, warum man denn da kein wörtchen mitreden könne und welche telephonnummer eigentlich angela merkel habe. zumal nach dem gezerre das ergebnis dann doch statt horst köhler von uns aus gerne auch annette schavan hätte sein können. lieber natürlich noch gesine schwan, aber vielleicht erscheint sie ja auch der bundesversammlung als sympathischer.

vielleicht ist es aber auch alles nicht so schlimm, ist doch der neue cdu-kandidat für das amt des bundespräsidenten ein durchaus nicht ganz unsympathischer mensch aus der unmittelbaren nachbarschaft meiner eltern. (ein hinweis, der natürlich auf dem mist der titanic gewachsen ist.)

adorno, again

· Freitag, 5. März 2004 [W] · 13:34 Uhr ·
abt. für nachbars kirschen

auf telepolis resümiert brigitte zarzer den bisherigen stand der lütgerts/reemtsma-adorno-kontroverse.

ein schwarzer tag für den österreichischen woksport

· Freitag, 5. März 2004 [W] · 10:52 Uhr ·

gestern abend statt kerners und kohls mit der liebsten eher aus versehen zur wok-wm 2004 gezappt. zu ihrer begeisterung, gefiel ihr doch die nicht weniger zufällig aufgefundene erste recht gut - zu meiner nicht geringen irritation, zu meinem nicht geringen erstaunen. aber es war, da muß ich ihr schon recht geben, in höchstem maße amüsant, die halb-ernsthafte berichterstattung (und kai pflaume macht das phantastisch) im sport-begeisterungsstil sich anzusehen. schöner kann man die hechelnde sportberichterstattung nicht parodieren, die so üblich geworden ist. hoffentlich töten sie die feine ironie nicht durch zuviel flache scherzchen (derer es gestern abend schon viele gab) und durch häufige wiederholung ab. andererseits kann man natürlich so ein format ganz bewußt tot reiten wollen, bevor es wirklich ernsthaft wird.

und herr hackl (oder "wokl") hat begeistert mitgespielt, obwohl er das nun wahrlich nicht nötig hat... der titel des weltmeisters 2004 gebührt ihm völlig zu recht.

ganz unwissenschaftliche länder

· Donnerstag, 4. März 2004 [W] · 13:17 Uhr ·
abt. für nachbars kirschen

um dem thema "wissenschaft in den usa" einen für heute letzten stupser zu geben: es gibt halt wissenschaftliche und weniger wissenschaftliche länder. jetzt dürfen nicht mehr alle in den usa publizieren, schreibt harald neuber: embargo ist in.

lesenswertes, angesammelt

· Donnerstag, 4. März 2004 [W] · 12:00 Uhr ·
abt. für nachbars kirschen

in den letzten tagen sind mir einige recht lesenswerte artikel untergekommen, deshalb jetzt und hier eine kleine zusammenstellung:

* bei alternet fragt liz langley, ob sie eigentlich die einzige sei, die lord of the rings als "dating manual" verstehe - mit der besonders schönen conclusio:

some people will go to any lengths to get a ring; others, having had one for awhile, will go to any lengths to chuck it into a volcano.

* marc savlov beschäftigt sich in einem ursprünglich für den austin chronicle entstandenen artikel mit ganz anderen filmen: animes. anscheinend ist satoshi kon ein aufsteigender stern (ziemlich schiefes bild) des japanischen trickkinos, und mit erstaunen stellte ich fest, daß ich einen seiner (bislang wohl noch recht wenigen) filme, perfect blue, tatsächlich seinerzeit auf meiner ersten berlinale gesehen habe und in guter erinnerung behielt.

and now for something completely different.

* wie passend zu meinem dichtung-und-wahrheit-eintrag von vor ein paar tagen brachte die süddeutsche einen artikel von patrick illinger über aggressive bestrebungen, in den usa die evolutionslehre aus dem schulischen curriculum zu entfernen und stattdessen den kreationismus zu predigen. das nennt sich dann "intelligent design" und läßt sich, so illinger, anscheinend mit wissenschaftlichen argumenten zwar entkräften, aber nicht bekämpfen. politik ist gefragt:

am besten wende man sich an die örtlichen geschäftsleute und industriebosse, erzählt ein physik-professor. "wenn die hören, dass ihre kinder ohne vernünftigen wissenschaftsunterricht in harvard keine chance haben, knicken sie schnell ein."

natürlich steht zu hoffen, daß die universitäten nicht auch auf kreationismus umschwenken. am anfang war bush... ?

und die saga geht auch gleich weiter: salon bringt heute einen ursprünglich für grist magazine entstandenen artikel von amanda griscom - anscheinend wird jetzt zumindest einmal der amerikanische kongreß bemüht, sich doch ein paar wissenschaftliche gedanken zu machen.

* der glaube, dass es angesichts des großen falschen eine frage des realismus ist, das unmögliche zu wagen.

so schließt tobias rapp in der taz von montag dann doch noch recht sympathisierend seinen skeptischen artikel über den networking europe-kongress (schönstes neusprech, nech?) in münchen.

* zwei tage später weisen ulrike braun und michael bartsch darauf hin, daß man auch angesichts des zur zeit ja allgegenwärtigen dutroux-prozesses nicht vergessen möge, daß das böse möglicherweise näher an unserem herzen liegt, als uns angenehm sein kann und sollte. nicht weniger beklemmend als die verbrechen in belgien.

handschuhe

· Donnerstag, 4. März 2004 [W] · 11:34 Uhr ·

irgendjemand hat der liebsten handschuhe, die sie versehentlich im bus liegenließ, einfach beim busfahrer abgegeben. entzücken allerseits. herzlichen dank.

et altera pars

· Donnerstag, 4. März 2004 [W] · 10:23 Uhr ·
abt. für bücher

neben herrn lütgers kann und sollte man in der heutigen taz auch herrn reemtsmas meinung hören bzw. lesen. wobei der verweis auf arno schmidt etwas altbacken daherkommt, aber naja.

csi

· Mittwoch, 3. März 2004 [W] · 18:02 Uhr ·
abt. für medien

inzwischen weiß ich auch nicht mehr so recht, warum ich csi eigentlich ziemlich gut finde. habe es ein paar mal mit s* zusammen angesehen, und sie macht sich immer so gerne über die dialoge lustig. vielleicht ist aber die zweite staffel auch wirklich schlechter als die erste. egal.

jedenfalls: wird anscheinend neben csi und csi: miami jetzt noch ein weiterer ableger geplant. sagt heather havrilesky und fragt: is this an investigative drama or a screwball comedy?

heck, probably both.

listen up!

· Mittwoch, 3. März 2004 [W] · 12:56 Uhr ·

or rather: don't. der große lauschangriff ist vielleicht nicht ganz gestoppt und aufgehoben, aber es wurde wenigstens ein bißchen zurückgerudert. mal sehen, was sich schily als nächstes einfallen läßt.

update, later that day: bei der gelegenheit kann man gleich noch einmal auf im fadenkreuz des staates hinweisen, das am 8. märz (nächsten montag also) um 22.30 uhr im wdr zu sehen sein wird. außerdem hat spiegel online jetzt noch ein bißchen mehr.

schönes preßfleisch

· Dienstag, 2. März 2004 [W] · 17:26 Uhr ·
abt. für blüten des kapitalismus , abt. für preßfleisch

spam wird ja gerne mit seltsamen titeln verschickt, damit die spamfilter sie nicht finden - aber dies hier ist doch irgendwie sehr hübsch:

screenshot einer spam-mail

sitzbezug-gestapo?

grauer dienstag

· Dienstag, 2. März 2004 [W] · 11:00 Uhr ·

wo ich schon im letzen eintrag auf sein blog verwiesen habe, wollte ich doch noch einmal kurz feststellen, daß dunstan orchards blog auch deshalb so phantastisch ist, weil es neben seinem göttlichen design (vom code mal ganz abgesehen) mit einer wahrhaft himmlischen idee glänzt: die graphik am oberen rand des blog gibt den blick aus seinem fenster wieder - und zwar mitsamt akkuratem wetter, ein technisch hübscher trick:

thanks to an xml feed from weather.com, and some php jiggery pokery, the end result is a fairly accurate representation of what i currently see when i look out of my upstairs windows.

da kann meine persönliche berliner weather pixie nur bedingt mithalten, allenfalls in niedlichkeit (muß aber gegen dunstans schafe antreten, auweia). ich bin mir auch nicht ganz sicher, ob die beschreibung
there were a few clouds at a height of 152 meter (500 feet) and broken clouds at a height of 244 meter (800 feet)
wirklich akkurat beschreibt, wie's hier aus dem fenster heraus aussieht: grau.

was natürlich, und das paßt zur letzten post von gestern abend, dazu einlädt, daran zu erinnern, daß heute grey tuesday ist.

terrorismusbekämpfung, 21. jahrhundert (oder so)

· Dienstag, 2. März 2004 [W] · 10:49 Uhr ·

dunstan orchard erklärt in seinem wunderschönen blog, warum die cia mit ihrer terrorismusbekämpfung auch in zeiten des internet keinen erfolg haben wird. und was bin ladens aufenthaltsort angeht: yahoo weiß es auch nicht.

adornoz textz

· Montag, 1. März 2004 [W] · 20:50 Uhr ·
abt. für bücher

textz.com gibt es ja schon eine weile, aber jetzt hat er ärger mit herrn reemtsma, den ich bislang für recht sympathisch hielt. nun hat dieser formal recht, aber es gibt doch noch einiges zu bedenken, zum beispiel das von marcus hammerschmitt gesagte sowie das von ihm verlinkte.

jedenfalls sei sebastian lütgerts seite auch gehört, zumal man das mit einem schönen banner tun kann:
banner.gif
und dann, wenn man seine position zumindest nicht ganz unbegründet findet, dies auch finanziell ausdrücken.

dichtung und wahrheit in den us of a

· Montag, 1. März 2004 [W] · 20:20 Uhr ·
abt. für nachbars kirschen

alternet/the nation hat mit robert f. kennedys story über die wissenschafts-interpretationen der bush-administration wieder einmal eine kleine gruselgeschichte aus dem umweltverschmutzungskabinett. dazu paßt leider auch farhad manjoos bericht über halliburton (bei salon.com).

brrrrm

· Montag, 1. März 2004 [W] · 20:08 Uhr ·
abt. für so 36

man muß, glaube ich, weder besonders spießig noch besonders lärmempfindlich sein, um bohrmaschinengeräusche im eigenen haus nach acht uhr abends zumindest als unangenehm zu empfinden. zumal, wenn es am wochenende schon präzedenzbohrungen gab.

wohin man so ins exil geht

· Montag, 1. März 2004 [W] · 18:32 Uhr ·

finde eigentlich nur ich das lustig, daß ronald barnabas schill ausgerechnet nach südamerika auswandern will?

people are moving to new zealand ...

· Montag, 1. März 2004 [W] · 12:30 Uhr ·

... just to be thanked. said billy crystal, and that sums it all up pretty nicely, doesn't it? oder auch: "we are very thankful ... that lord of the rings did not qualify for this category", wie die macherinnen von les invasions barbares so nett sagten, als sie ihr goldmännchen für "best foreign language film of the year" erhielten. kurz danach muß ich eingeschlafen sein, habe aber wohl nur wenig verpaßt.

immerhin hat sofia coppola einen oscar für das drehbuch zu lost in translation bekommen, und finding nemo ist auch nicht leer ausgegangen. aber, wie gesagt, keine wirklichen überraschungen. und lord of the rings hat keinen einzigen oscar für schauspielerische leistungen bekommen. auch das schon für sich recht bezeichnend.

win ist doof

· Montag, 1. März 2004 [W] · 12:21 Uhr ·

heute morgen bei der arbeit erst einmal von einem zum krüppel zerlegten netzwerk begrüßt: drucken ging nicht mehr, der virenscanner zeigte zuerst einen zwei jahre alten vbs-virus an und dann gar nix mehr (im logfile war auch nichts zu sehen - eher seltsam, das). also ausschalten, anschalten.
jetzt geht zwar der drucker wieder, aber diverse dateien scheinen verschwunden zu sein, und niemand weiß warum. dideldum.

eigentlich wollte ich ja auch noch arbeiten.

wir danken der academy

· Montag, 1. März 2004 [W] · 03:36 Uhr ·

(bzw. natürlich "ich danke der academy" von kettcar, hier als mp3 zum download)

interessant ist natürlich eigentlich, zu beobachten, wie tapfer die gucken, die nicht gewonnen haben; die entscheidungen sind ja immer etwas arbiträr. (warum etwa nicht patricia clarkson von pieces of april?)

auch unklar muß bleiben, warum pro 7 weiterhin penetrant "live" einblendet (noch nerviger natürlich nur die einblendungen, welche nominierten filme ihre "free-tv-premiere" bei pro 7 haben werden - in einigen monaten bis jahren), obwohl billy crystal schon mehrfach witze über die 5 minütige verzögerung gemacht hat, die albernerweise infolge des "janet-jackson-zwischenfalls" eingeführt wurde.

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© 2004 Rochus Wolff

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